Selbstgebaut vs Markenshad

                                                                                                          Teil I

Kein Monat vergeht das kein neuer Gummiköder, egal ob nun von den angesagten Köderschmieden oder von irgendwelchen Anglern, auf den Markt gebracht wird. Somit weckte irgendwann das Thema Gummiköder meine Neugierde in mehreren Hinsichten.

Den Stein ins Rollen brachte eigentlich die Tatsache das mit fast jedem neu erschienenen Köder gefühlter maßen auch der Preis dieser im Verkauf stieg.  Klar sehen die Köder Klasse aus und sicherlich fangen auch viele von ihnen ihren Fisch. Aber rechtfertigt ein 3D Abdruck, ein Print und die ganzen anderen Designs, das diese Köder so viel besser fangen oder sind diese Verfahren einfach nur dafür entwickelt worden den Angler zum Kauf zu überreden? Somit reifte in mir diese Idee mit den selbstgemachten Gummiködern.

Da ich schon manche Vergleiche, in den letzten Jahren, in Bezug auf das angeln gemacht hatte wollte ich auch diesmal einen Versuch starten und dieser sollte folgenden Titel tragen; „Selbstgebaut gegen professionelles Design“. Die Frage war: Fängt ein Köder der von jemandem ohne Köderbauerfahrung gebaut wurde schlechter als ein Markenköder, oder fängt dieser überhaupt seine Fische? Die fertigen Köder sollten sich nach der Fertigstellung mit anderen gekauften Ködern batteln. Somit sind wir auch schon beim Thema angekommen und dem Weg dahin, den Ihr in einer dreiteiligen Serie nachverfolgen könnt. 
Fangen wir erstmal bei null an, meine Intension war es keinen Köder eines Markenherstellers zu kopieren, ich wollte den Weg gehen eigene Köder, nach meiner Vorstellung und mit meinen beschränkten Mitteln zu bauen, die vielleicht am Ende auch tatsächlich funktionieren und Fisch fangen würden. Also begann alles mit der Herstellung der Prototypen, ich wollte nichts ausgefallenes nichts verschnörkeltes, es sollten Köder sein mit etwas Rolling Action gepaart mit einem über den Tellerschanz ausgesendete Vibrationen. Die ersten Prototypen entwarf ich mit Hilfe von Balsaholz, diese Idee verwarf ich jedoch nach kürzester Zeit, da Balsaholz einfach nicht das geeignete Material ist. Nach dem Versuch mit dem Balsaholz stieg ich endgültig um auf Fimo Modelliermasse, ein echt gutes Zeug das zuließ geknetet zu werden und die Vorstellung von einem Köder Wirklichkeit werden zu lassen.

Das besondere an Fimo ist das man es nach dem modellieren im Backofen härten kann und das Material danach trotzdem noch einiges an Änderungen zulässt, besonders das Schleifen und glätten ist bei Fimo sehr einfach. Damit begann der zweite Teil, die Gussform herstellen. Mein erstes Material für die Gussform war Gips, was sich aber als schlechte Wahl herausstellte. Zum einen muss man bei Gips nach dem abformen des Prototypen die Oberfläche versiegeln, am besten mit Epoxidharz, was aus mehreren Gründen echt nicht mein Ding war. Einer der Gründe war man bekommt die Lufteinschlüsse nicht so einfach raus und diese sieht man dann auf dem gegossenen Köder. Ein weiterer Grund war Gips ist nicht flexibel und man bekommt den fertigen Gummiköder schwer aus der Form raus. Ich stieg irgendwann auf hitzebeständiges Silikon um, nicht ganz billig aber ein geiles Zeug.

Ich fing mit diesem Silikon an zu experimentieren, was mit der Zeit auch immer besser ging und somit hatte mich letztendlich das Silikon überzeug und wurde das Material für meine Gießformen. Mit der nachfolgenden Bilderreihe, in der ich zeige wie die Prototypen aussehen und wie diese in eine Gussform übertragen wurden endet der erste Teil meines Versuches.

Im Zweiten Teil könnt ihr dann nachverfolgen was man für das Ködergiessen braucht und wie die Köder gegossen werden.

See you soon…

 

 

veröffentlicht Dezember 2017

Teil II

Willkommen zum II Teil meiner Serie „Selbstgemacht vs Markenshad“ in dem ihr nachverfolgen könnt wie meine Gummifische entstanden sind. 
Die Formen waren da und nun sollte es jetzt ans gießen gehen, erstmal ging es darum das Material aus dem meine Köder hergestellt werden sollten zu finden. Ich überlegte mir Plastisol aus dem Netz zu bestellen aber davor wollte ich wissen ob die Formen die ich nun hatte auch wirklich was brauchbares hervorbringen würden, da kam mir eine Idee die ich bis zum heutigen Tag nachverfolgen sollte. Ich hatte über eine lange Zeit meine unbrauchbar gewordenen Köder gesammelt und nicht wie andere Angler gleich entsorgt, also hatte ich einiges an Material da. Ich machte mir die Mühe die Köder nach Farben zu trennen und schnell hatte ich einiges zusammen das ich für meine neuen Köder verwenden konnte.
Nachdem nun das besorgen des Materials geklärt ist kommen wir zum Gießen. Obwohl ich auch einige Erfahrung mit Plastisol an sich sammeln konnte, möchte ich das Thema Mischungen, Verhältnisse und das nachfolgende erhitzen in der Mikrowelle hier bewusst auslassen. Zu diesem Thema findet ihr im Netz so viele Tipps und Tricks, die euch dabei helfen einen Weg zu finden wie es gehen könnte. Aber ihr werdet selber merken das es für einen Anfänger nicht so ruck zuck wie im Netz gezeigt abläuft.

Hier heißt es immer wieder probieren und rausfinden wie es am besten mit dem Gummi, dem Härter, den Farben und dem erhitzen am besten funktioniert.

Nun bevor es wirklich mit dem Gießen und dem nachfolgenden Ergebnis los geht noch einige ganz wichtige Anmerkungen von meiner Seite. 

Gaaanz wichtig!!!

  • Nicht daheim in der Mikrowelle mit dem Material hantieren, immer draußen im Freien oder in sehr gut gelüfteten Räumen. Erstmals killt euch eure bessere Hälfte, zweitens ist das Zeug nicht gesundheitsfördernd und drittens könnt ihr die Mikrowelle nach dem gebrauch entsorgen.
  • Immer Handschuhe, geschlossene Sachen und Schutzbrille tragen, es könnte immer etwas daneben gehen.
  • Immer aber immer eine Schutzmaske tragen und ich rede hier nicht von der 2 Euro Staub Maske aus dem Bauhaus, die bringt euch absolut nichts. Ich spreche hier von hochwertigen Masken mit Filteraufsätzen die das abfangen sollen was beim Gießen entsteht, und zwar die giftigen Dämpfe. Eines könnt ihr euch gewiss sein, Staub entsteht beim Gummigießen sicher keiner. 
  • Und als letztes, der Spruch lieber eine Staubmaske als gar kein Schutz ist Humbug. 

Die ersten Gummis sahen nicht wirklich toll aus (nicht richtig ausgegossen, Luftblasen usw. ) und die Härte der gegossenen Gummis war auch nicht nach meinem Geschmack. Tage vergingen bis ich endlich nach einigen Versuchen den Dreh raushatte wie das mit der Mischung und dem erhitzen ( Temperatur, Zeit, Abkühlzeit usw.) abzulaufen hat. 
Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern bis ich auf meinen eigenen Köder Zander fange würde.

Bevor ich nun fortfahre möchte ich bewusst den nachfolgenden Teil einfügen, das ihr mitbekommt das das Ganze nicht so einfach und reibungslos gelaufen ist wie es hier den Anschein macht. 
Der erste Test ,am Wasser, mit den ersten Gummis war ein Debakel, die Dinger sahen nun gut aus aber liefen null Komma null, kein richtiger Lauf, eine sehr schlechte Aktion, einfach misslungen. Im Nachhinein hatte ich mich zu sehr auf das Material und das Aussehen der Köder konzentriert. Ich merkte das anderswo der wichtigste Punkt lag, nämlich der Köder an sich. Die Formen der Köder, das Design, der Schwanzwurzel und der Teller der die Aktion ins Wasser bringen sollte. Also wieder zurück ans Zeichenbrett und das Design des  Köders überarbeiten, ich hatte da auch schon etwas im Kopf nichts ausgefallenes aber die nachfolgenden Änderungen sollten mir die Lösung bringen.

Die ersten Prototypen waren nach einiger Zeit fertig. Die Form herzustellen ging jetzt auch einfach von der Hand und es wurde Zeit die neuen Köder zu gießen.  Ich goss mir als erstes genau 3, mit denen geangelt werden sollte. Die ersten Würfe mit den Ködern waren überraschend gut, stabiler Flug, weite Würfe und ja der Lauf der Köder war auch sehr vielversprechend. Die Köder wiesen eine leichte Roling Action um die obere Achse auf, und der Tellerschwanz arbeitete so wie ich es mir vorgestellt hatte. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu meinem ersten Köder waren nun getan. Was jetzt folgte waren Dinge die mehr mit dem Aussehen des Köders zu tun hatten und natürlich den Beweis anzutreten das diese Köder auch Fische fangen würden, was ihr dann auch im dritten und letzten Teil dieser Serie lesen könnt. 

See you soon…

 

veröffentlicht Dezember 2017