Biggesse

 

Ich hatte einfach mal Lust was Anderes zu sehen und da kam mir der Feiertag Anfang Oktober ganz gelegen.

Eigentlich wollte ich mal das angeln am Edersee ausprobieren aber leider waren schon alle Boote vermietet, also entschied ich mich für ein alternatives Gewässer, den Biggesee ein in der Nähe von Olpe liegender Stausee. Ein Anruf beim örtlichen Fachhändler bescherte mir ein voll ausgestattetes Boot für einen vollen Tag. (hätte gerne 2 Tage geangelt, leider waren da die Boote auch schon vermietet). Es war mir klar das ein Tag für so einen Stausee nicht reichen würde, aber um sich ein Überblick zu verschaffen sollte es reichen, dachte ich. Morgens am See angekommen, gab es eine kleine Anweisung für das Boot und nachdem die Geräte, Batterien und der Antrieb auf dem Boot und funktionsfähig waren konnte es auch schon losgehen. Ich konnte den Manu, zumindest dazu überreden das er einen halben Tag mit mir auf dem Boot verbringt. Nachdem die Tage davor vom Wetter her gesehen super waren fing dieser Tag leider mit Regen an. Wir versuchten es trotzdem an verschiedenen Stellen an denen uns das Echolot Fisch anzeigte mit Spinnfischen und beim Wechseln von den Stellen schleppten wir. Leider waren die Fische absolut nicht in beisslaune und die Stunden vergingen ohne einen Biss. Gegen Mittag verabschiedete sich Manu und das Wetter wurde immer schlechter. Es fing an stark zu Regnen und der Wind nahm extrem zu, an ein rausfahren war nicht zu denken. Also machte ich erstmals eine Mittagspause und hoffte auf besseres Wetter.

Tatsächlich nach über einer Stunde wendete sich das Blatt und das Wetter wurde grandios, blauer Himmel und nur ein leichtes Lüftchen und das blieb auch so den ganzen Tag. Ich verstaute wieder mein Zeug auf dem Boot und entschied mich bei der großen Wasserfläche nur noch zu schleppen um so viel wie möglich Strecke zu machen. Immer wieder zeigte das Echolot leere und dann wieder volle Stellen mit Fisch an, leider wollte keiner der Räuber beißen. Am Nachmittag entschied ich mich nur noch mit Gummifischen ab der Größe 6inch zu schleppen da Wobbler und kleine Sads gar nichts gebracht hatten. Minuten später fuhr ich unter der großen Autobahnbrücke auf den Yachthafen zu und konnte direkt unter der Brücke meinen ersten Biss verzeichnen auf einen Sea Shad, leider blieb der Räuber nicht hängen aber die Abdrücke am Schwanz des Shads wiesen auf einen Zander hin. Ich schleppte weiter, irgendwann machte ich die Kehrtwende und fuhr wieder Richtung Schiffsanleger um dort mein Glück zu probieren. Bald fand ich eine interessante Stelle auf der ein Plateau auf dem Echolot zu sehen war, der Boden stieg hier rasant von knapp 17m auf 5m auf und das Echolot zeigte Massen an Fisch an. Ich kreiste einige male über dieses Plateau und bekam dann tatsächlich endlich einen Biss, als ich die Rute in die Hand nahm dachte ich erst ich hätte einen Nassen Sack am anderen Ende, also fing ich an ihn ein zu kurbeln, bis dieser Sack knapp unter der Wasseroberfläche sich in Bewegung setzte und mir die Schnur von der fast geschlossenen Bremse nahm. Dieses hin und her wiederholte sich einige Male und ich konnte einen kurzen Blick auf eine Seeforelle werfen, ich hatte den Kescher schon in die Hand genommen als plötzlich die Schnur erschlaffte und mein Gegner weg war.

Ich brauchte einige Zeit um zu realisieren was eben passiert war. Um ehrlich zu sein wollte ich schon die Rute versenken aber auf der anderen Seite war ich auch sehr glücklich das ich an einem mir unbekannten und so großen Gewässer ohne irgendwelche Vorkenntnisse eine Seeforelle drillen durfte und da war im Nachhinein doch wieder alles ok. Ich schleppte die letzte knappe Sunde weiter aber es geschah nichts mehr und bald war es auch vorbei, ich fuhr an den Anleger, räumte das Boot auf und verstaute mein Gerät im Auto. In diesen wenigen Stunden konnte ich nicht wirklich große Teile dieses Gewässers erkunden, deshalb fiel für mich die Entscheidung das wen möglich, ich wieder an dieses Gewässer kommen und versuchen würde den einen oder anderen Räuber doch noch zu fangen.

 

Veröffentlicht Oktober 2013

Donau-Delta 2012

 

2012 war es soweit, die Vorbereitungen für sieben Tage Donau Delta in Rumänien hatten wir schon Anfang des Jahres begonnen.

Ende Juli flog ich nach Timişoara wo Tibi schon eine Woche zuvor mit seinem Auto und unserer Ausrüstung angekommen war. In dieser Zeit machte er auch die restliche Truppe für diese Reise klar. Zwei Tage nach meiner Ankunft machten wir uns abends mit 2 Autos, 6 Leuten und einigen Kilos an Gepäck auf den 900 km langen Weg ins Delta. Unser Startpunkt sollte ein kleiner Hafen in Tulcea sein, der Weg dahin gestaltete sich aber etwas schwierig, obwohl wir durchgefahren waren brauchten wir trotzdem 21 Stunden für den zermürbenden Weg. Am Anfang machte uns das Wetter ein vorankommen schwer durch den stundenlangen Regen danach kamen immer wieder Baustellen und kleine Dörfer die uns aufhielten und die Hitze war tagsüber bei 41 Grad auch eine Qual obwohl wir mit Klima fuhren. Der Weg dahin war trotzdem auf seine eigene Art doch sehr interessant und sehenswert. Am Hafen angekommen ging es sogleich weiter mit dem verstauen unseres Gepäcks in die 2 bereitstehenden Boote, von denen wir eins für die 7 Tage zu unserer Verwendung gemietet hatten. Nach einem kühlen Bier und einigen Gesprächen mit unserem Angelführer und Ranger um den besten Platz für unser Basislager ging es auch schon los.

Wir fuhren mit einigem Übergepäck aus dem Hafen auf einen der drei Hauptarme der Donau und ich muss gestehen es war beeindruckend wie groß und imposant die Wasserfläche war. Wir brauchten fast eine Stunde bis zu dem Ort an dem wir unser Basislager aufbauen wollten. Auf dem Weg dahin konnte man einiges von der Artenvielfalt des Deltas sehen, von der Wildnis wurde man schon regelrecht überflutet und genau so ging es einem unserer Boote das schon einiges an Wasser aufgenommen hatte und dadurch einiges an Gepäck durchnässt wurde.

An Platz angekommen fingen wir auch schon an unser Gepäck auszuladen und die Zelte aufzubauen. Obwohl wir hundemüde waren ging alles ziemlich gut vonstatten und wir konnten uns danach ein gemeinsames Bier gönnen bevor sich unser Ranger wieder auf den Heimweg machte. An Schlaf war noch nicht zu denken da jeder seine Angelausrüstung klarmachte und Tibi und ich uns mit dem Boot auf Zandersuche machen wollten. Die meisten Abende endeten leider meistens anders als erhofft da uns die Schwärme Moskitos oft einen Strich durch die Rechnung machten. Hatte zwar den Nachteil das man etwas früher ins Bett, eher Zelt ging dafür aber war man jeden morgen früh auf den Beinen. Die Jungs konzentrierten sich eher aufs Grundangeln auf Karpfen, man muss sagen die Einheimischen angeln selten mit der Spinnrute. Sie konnten am ersten Tag schon einige Karpfen landen, zwar keine Riesen aber dafür schöne Tiere. Für unser leibliches Wohl war auch gesorgt, wir hatten 2 Leute dabei die unglaublich gut kochen konnten, muss gestehen es gab selten den Fall das es unter solchen Umständen immer wieder so unglaublich gutes Essen gab.

Am ersten Tag konnten wir einige Bisse von Barschen verzeichnen aber waren eher mehr auf dem Weg mit dem Boot um die Umgebung zu erkunden und einige gute Stellen ausfindig zu machen. Abends waren wir ziemlich früh in unseren Zelten da die Moskitos eine echte Plage waren, tagsüber aber gab es die ganzen Tage ein unglaublich gutes Wetter mit einem kaum bewölkten Himmel. Die Tage vergingen mit gutem Essen und dem einen oder anderen Bier und viel Angeln dazwischen.

Wir fingen leider keine Welse und Zander waren auch sehr rar gesät obwohl wir viel unterwegs waren, dafür gab es Weißfisch im Überfluss, manchmal musste man eine Rute rausholen um den Bissen an der anderen Rute nachzukommen. An einem Tag machten wir einen Ausflug auf dem Boot des Rangers in die Wildnis des Deltas, wir fuhren durch Kanäle und über versteckte Wege zu einem schönen See. Auf dem Weg dahin fuhren wir durch unberührte Natur in der Adler und Wildschweine einige der wenigen Tiere waren die auf unserer Fahrt zu sehen waren.

Er führte uns an einen großen See in dem das Wasser unglaublich klar war und der ganze See umgeben von Schilf mit einzelnen Buchten voller Seerosen. Dort versuchten wir es auf Hecht, konnten auch einige Angriffe verzeichnen aber leider fingen wir keinen Hecht. Die restlichen Tage waren wir immer wieder mit dem Boot und einem Echolot auf den verwickelten Armen der Donau unterwegs immer auf der Suche nach Zandern. Wir konnten auch einige Zander und mal den einen oder anderen Rapfen fangen. Die sieben Tage vergingen wie im Flug, trotzdem erholten wir uns gut und das schlafen in der freien Natur trug einiges dazu bei. Muss leider noch dazu sagen das es auch im Delta immer schwieriger wird seine Fische zu fangen, da die Fischer und die rumänischen Urlauber die am Wochenende dort in Massen vorzufinden sind einiges zur Dezimierung des Fischbestandes durch die nicht Einhaltung von Fanggrößen und Mengen beitragen. Ich hoffe das auch dort bald ein Umdenken stattfindet um dieses so schöne und einzigartige Delta auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

 

Veröffentlicht September 2012

Kurztrip nach Hamburg

 

Meine Frau und ich entschieden uns Anfang Oktober einen Kurztrip nach Hamburg zu machen.

Natürlich packte ich auch einiges an Angelzeug mit in ins Auto, natürlich auf Zander. Die Fahrt dahin verlief ohne Probleme und Hamburg empfing uns mit einem tollen Wetter, Sonnenschein pur und Windstille. Wir checkten in unserem Hotel ein und machten uns gleich auf den Weg an die Landungsbrücken, machten aber noch einen Abstecher zur Gummitanke, wo ich von einem tollen Verkäufer beraten wurde, sogar mit einigen Tipps wo es in Hamburg am besten auf Zander klappt und ich konnte noch einiges an Ködern einkaufen. Am nächsten Tag ging es an die ersten Spots, es gestaltete sich aber etwas schwierig mitten in Hamburg zu angeln, einmal wegen den vielen Touristen und 2tens wegen den unglaublich vielen Parkplätzen von denen aber irgendwie keiner leer war. Irgendwann fand ich einen passenden Spot etwas außerhalb des Trubels und das angeln konnte losgehen. Die erste halbe Stunde ging erstmal gar nichts, bis ich einige Fehlbisse verzeichnen konnte. Ich war voller Hoffnung auf meinen ersten Elbzander oder Barsch. Endlich ging der Anschlag durch und ich hatte meinen ersten Fisch an der Rute. Was soll ich sagen mein erster Fisch aus der Elbe war eine prächtige Brasse und das natürlich an einer 3,5m hohen Spundwand. Ich durfte natürlich auch meinen neuen Spundwandkescher einweihen und das mit einer Brasse (Spundwandkescher sind in Hamburg Pflicht!!). Zumindest konnte meine Frau darüber lachen. Und als ob das nicht schon ein guter Start gewesen wäre kam noch dazu das das Wetter innerhalb von wenigen Minuten sich komplett änderte, es wurde kalt, sehr windig und es fing an zu regnen. Das könnt ihr auf dem einen Bild sehen. Und das tolle war der Angel Tag und die Angelnacht waren gelaufen da es bis in die Nacht regnete. Der nächste Tag war eigentlich der Tag an dem es heimwärts gehen sollte, aber ich wollte noch versuchen einen Zander zu fangen. Wir fuhren an einen Spot knapp 20 km außerhalb von Hamburg und waren erst kurz vor 12 Uhr mittags dort, also ein paar Minuten vor dem Tidenwechsel. Es klappte aber noch, auf einer der ersten Buhnen konnte ich meinen ersten Elbzander fangen, zwar kein Riese aber ein Elbzander eben. Danach kam gleich der Tidenwechsel und es ging nichts mehr. Also gingen wir etwas Essen und genossen noch die tolle Aussicht auf die Elbe. Danach fuhren wir noch mal nach Hamburg rein in einen der vielen Hafenanlagen, dort versuchte ich es noch knapp eine Stunde auf Zander, leider wollte keiner mehr beißen und wir mussten uns schon auf den Heimweg machen.

Es waren schöne Tage in Hamburg und eins kann ich sicher sagen:

„Hamburg ich komme wieder!“

 

Veröffentlicht Oktober 2012

Auf der Pirsch in Siegen

 

Ich bin der Einladung von Manu einem sehr guten Freund von mir nach Siegen gefolgt, wo es 2 Tage zum Angeln gehen sollte.

Auf Forelle mit Spinn- und Fliegenrute an 2 Bächen bei Siegen, erstmal an die Sieg und danach an die Ferndorf. Am ersten Tag nach meiner Ankunft in Siegen grillten wir erstmal gemütlich und nachmittags ging es mit der Spinnrute an die Sieg. Spinner wie der Mepps in der Größe 2 und 3 in Kupfer oder Gold waren an diesem Abend der Bringer. Wir hatten einige Bisse die wir nicht verwerten konnten aber wir fingen an diesem Abend trotzdem unsere Bachforellen. Am zweiten Tag ging es an die Ferndorf mit Wathose und Fliegenrute. Wir wollten an diesem Tag Strecke machen. Wir fingen an einer Stelle an wo sich über uns eine Brücke befand, worüber die Autos donnerten, aber die Forellen störte das nicht. Manu konnte schon in den ersten Minuten im Knöchel tiefem Wasser eine schöne Bachforelle drillen und ich konnte einige Bisse verzeichnen aber ein Drill war mir nicht vergönnt. Wir folgten dem Lauf der Ferndorf und konnten immer wieder Bisse verzeichnen und die eine oder andere Forelle landen. Einige Meter flussabwärts sahen wir mit Hilfe unsrer Poolbrillen unter einem Busch am Ufer einen schönen Döbel. Manu lies immer wieder seine Fliege ins Blickfeld des Döbels treiben aber der ließ sich nicht zum Biss verleiten. Nach unzähligen Versuchen war Manu schon fast am Aufgeben als der Döbel sich doch entschied die Fliege zu nehmen und es begann ein guter Drill an der Fliegenrute den Manu für sich entscheiden konnte. Nach dem kleinen Fotoshooting gingen wir weiter. Manu gab mir den Tipp das einige Meter bachabwärts ein Pool zu finden war in dem öfters mit guten Forellen zu rechnen war. Ich folge dem Bachlauf und machte am erwähnten Pool einige Würfe, ich ließ die Fliege in der Mitte des Baches in den Pool rein treiben und tatsächlich konnte ich schon nach kurzer Zeit eine schöne Forelle drillen. Sie gab sich sehr kämpferisch und der Drill zog sich einige Zeit dahin immer mit dem Gedanken das sie ja nicht verloren geht, drillte ich sie vorsichtig. Es ging alles gut und nachdem wir einige Bilder mit ihr gemacht hatten setzten wir unseren Weg fort um andere Stellen zu erkunden. Es waren zwei tolle Tage in Siegen, besonders da ich meine Wurfkünste mit der Fliege noch etwas verbessern konnte. 

 

Veröffentlicht Juli 2012