Der Albino

 

Nach dem ersehnten Ende der Schonzeit dachte ich das die Zander im Rhein nur so auf meine Köder losstürmen würden, weit gefehlt, muss ich im nachhinein sagen.

Die Zander waren im Rhein sehr rar gesät und ich konnte wirklich keine guten Zander fangen. Wen mal einer gebissen hat dann war es meistens einer aus der Kinderstube, die größeren ließen sich nicht blicken, es gab Bisse die ich aber nicht wirklich verwerten konnte, da die Bisse unglaublich spitz kamen. Es gab aber immer wieder Alternativen zu den Zandern, die Rapfen und die Welse zeigen sich im Moment in großartiger Beisslaune. Besonders die Welse waren ein Garant für spannende Drills, von 50cm bis ca. 1m war alles dabei und an der Zanderrute spannende Gegner. Aber ich hatte zwischendurch auch mal mit etwas größeren Gegner zu tun, einer dieser Gegner ging mir nach einiger Drillzeit im verloren, wiederum ein anderer  Wels der sich auf meinen Zanderköder gestürzt hatte und mir einen spannenden Drill geboten hat, konnte nachdem ich ihn kurz gesehen hatte, mit geschätzten 1,90, bei seinem Fluchtversuch die 0,17 an einer Muschelbesetzten Steinpackung kappen. Da muss ich gestehen, war es für mich in den ersten Minuten ein bitterer Verlust so einen Fisch so zu verlieren. Aber es geht immer weiter und unter diesem Motto ging es auch die nächsten Angeltage immer weiter, hier mal einen Wels da mal einen Fehl biss, echt zum Haare raufen.

 

So kam es dann auch das sich das ganze doch gelohnt hat mit den ganzen Welsen die gelandet oder verloren gingen den einige Tage später hing plötzlich ein Wels an meiner Rute, der meiner 70g Zanderrute zeigte wo der Hammer hängt. Sogleich als er hing begann seine Flucht von der Strömungskannte direkt in die Fahrrinne, und von da an ging es Flussabwärts. Meine Theory und die Greys hatten einiges zu tun in der einstündigen Drillzeit, und ich lief Buhne nach Buhne mit dem Wels Flussabwärts mit nach dem er es beim ersten Fluchtversucht geschafft hatte fast die ganzen 135m 0,15 von meiner Spule zu ziehen. Erst einige hundert Meter weiter Flussabwärts konnte ich zum ersten mal einen Blick auf ihn werfen, traute mich aber noch nicht wirklich laut auszusprechen das es ein Albino sein könnte. Patrick der vorher neben mir gemütlich seinen Köder immer wieder ausgeworfen hatte, schnappte sich in der Zwischenzeit unsere Sachen und versuchte mir zu folgen. Der Wels legte nochmal einen Fluchtversuch hin der sich gewaschen hatte und zwang uns wieder im weiter Flussabwärts zu folgen. Bis zu einer Kies Bank die nochmal einige Hundert Meter weiter Flussabwärts war an der ich mich entschied ihn endgültig auszudrillen, bis dahin war ich gezwungen die Schnur durch eine Gruppe Gänse zu führen die nicht mal daran dachten Platz zu machen, über Stock und Stein, unter einigen Bäumen an denen die Äste ins Wasser hingen und ich die Rute einige male komplett unter Wasser tauchen musste, die Konsequenz daraus war das ich natürlich wie sollte es auch anders sein bei einem dieser Versuche ins Wasser fiel, aber egal die eine Hälfte meines Körpers war schweißgebadet und die andere Hälfte war danach vom Rheinwasser gut gekühlt. Das einzige was mich einen kurzen Moment stocken ließ war mein Handy in der Seitentasche, zum Glück hatte ich es noch an dem Abend in meine wasserdichte Hülle eingepackt. An der Kies Bank angekommen entschied ich mich den Wels endgültig auszudrillen, und das über die ,,Handbremse,, und das gelang mir auch tatsächlich wenig später, als Patrick den Wels mit der Hand gelandet hatte fiel mir ein Stein vom Herzen. Tatsächlich war es ein Albino Wels und das Maßband zeigte genau 180cm. Nach dem Staunen über diesen besonderen Wels machten wir einige Bilder und er wurde kurz danach wieder in den Rhein entlassen. Echt ein Hammer Abend der zeigt das auch mal öfters Durststrecken überbrückt werden müssen, aber manchmal passiert es dann doch das man belohnt wird, und das mit solchen Drills.
Hier möchte ich auch Patrick danken das er es echt mitgemacht hat und unser Tackle über den ganzen Drill hinweg mitgeschleppt hat und es geschafft hat den Wels so gut per Wallergriff zu landen, obwohl der Wels ihn ein oder zweimal gebissen hatte.

 

Rapfen Orgie

 

Eigentlich sollte es ein Barschtag werden, aber manchmal kommt es anders.

Am Wasser angekommen sah man schon den einen oder anderen Räuber an der Wasseroberfläche verhalten rauben. Das Wasser war schön braun gefärbt und ich hoffte das das Vorteile bringen würde. Ich schnappte mir einen Spinner um erstmal festzustellen was da am rauben war, schon beim ersten Wurf gab es einen Anfasser der aber nicht hängen blieb. Beim 2ten und 3ten Wurf das gleiche. Also kurbelte ich den Spinner etwas langsamer ein und schon krachte es am anderen Ende der Schnur und ich konnte einen schönen Rapfen ausdrillen. Da ich es nicht auf Rapfen abgesehen hatte versuchte ich den nächsten Wurf einige Meter oberhalb der Stelle des ersten Rapfens und kaum kurbelte ich den Spinner ein kam auch schon wieder ein Hammerschlag in die Rute und ich konnte wieder einen guten Rapfen drillen. Also entschloss ich mich eine andere Taktik zu fahren und direkt am Grund zu jiggen um mehr die Barsch anzusprechen. Kurz gesagt es gelang mir nicht da anscheinend die Rapfen in der ganzen Wassersäule von ca. 5m standen. Ich fing auf einer Strecke von 300m immer wieder Rapfen direkt am Grund und fast jeder Wurf den ich machte war ein Anfasser oder ein Biss, jedes Mal stellte es sich als ein Rapfen raus. Der Erfolgsköder des Tages war ein 12cm langer Fox Range Warrior in braun an einem 17g Jigkopf der die Rapfen auch in diesem sehr braunen Neckarwasser ohne Zurückhaltung beißen lies. Am Ende des Tages ging ich zwar ohne Barsch Nachhause aber dafür hatte ich unzählige Bisse und über 7 gelandete Rapfen der Klasse Ü60 und 2 knackten fast die 80er Marke.

 

1,20m Spass an der Zanderrute

 

Ende August und die Zander sind immer noch selten zu finden.

Die letzten Tage konnte ich keinen einzigen Biss von einem Zander bekommen obwohl meine Köder Tagsüber die Strömung beackert haben und abends bis nachts viele Buhnen beackert wurden. Manche kleine Barsch konnte gefangen werden aber nichts Nennenswertes dabei gewesen. In manchen der Buhnen gab es immer wieder Kontakte mit Brassen oder Karpfen die sich als Schnurschwimmer bemerkbar machten. Einen Karpfen hatte ich auch fast quer gehackt da an meinem Jig eine große Schuppe hingen blieb. Einen Tag später hatte ich in einer Buhne einen Biss auf einen Sea Shad der sich als ein sehr kampfstarker Wels herausstellte, der mir nach mehreren Fluchten in die Fahrrinne keine andere Wahl lies als zu versuchen den Köder durch Schläge in die Rute zu lösen, was mir auch dann gelang. Den Wels hätte ich wahrscheinlich mit einer 60gr Rute nicht bändigen können und mit einem Abriss und der Gefahr das der Köder im Maul hängen bleiben würde konnte ich mich nicht Anfreunden, zum Glück hat es dann doch funktioniert. Als ich die Tage wieder etwas Zeit fand war ich wieder am Wasser zwischen den Buhnen zu finden, der Rhein war die Tage etwas gestiegen und durch die große Anzahl an Schiffen gestaltete es sich schwer mit Watstiefeln auf den Buhnenköpfen zu stehen, da manche dieser Schiffe schon einiges an Wasser ans Ufer drücken. Trotzdem konnte ich in der Dämmerung in einer der Buhnen einen tollen Biss bekommen, der Anhieb saß und der Drill konnte beginnen. Nach den ersten Sekunden war es klar das es nur ein Wels sein konnte, mit meiner 80er Rute und 0,15er Schnur hatte ich keine andere Wahl als ihn sich austoben zu lassen und ihn sanft aus der Strömung in das ruhigere Wasser der Buhne zu führen. Er legte immer wieder Fluchten hin aber irgendwann kam er in das ruhigere Wasser der Buhne und einige Minuten später konnte ich ihn auch mit dem Wallergriff landen. Leider hatte ich meine Kamera daheim vergessen und ich konnte nur einige Bilder mit dem Handy machen.. Der Wels hatte ca. 120cm Länge. Der September kommt jetzt und damit fängt wieder die gute Zeit des Zanderangelns an und darauf freue ich mich.

 

Wels statt Barsch

 

Eigentlich sollte das ein Bericht über das Drop Shoten auf Barsch werden.

Es ist Anfang April die Schonzeit ist schon in vollem Gange und hier am Rhein besteht kein generelles Kunstköderverbot. Also kann man mit kleinen Ködern auf Barsche, Rapfen und sonstige nicht von der Schonzeit betroffenen Fischarten angeln. Ich hatte mir vorgenommen an einem Teilstück des Rheins die Buhnen nach Barschen abzufischen. Das Wasser ist noch sehr kalt und da eine hohe Bissfrequenz zu erwarten wäre zuviel des Guten, aber ein Versuch macht klug. Mein Tackle besteht aus einer Spro Passion Rute mit 2,40m 10-28g Wurfgewicht und einer Daiwa Caldia 2000x Rolle bespult mit einer grünen 0,10er Daiwa Tournament Schnur mit einem 2m langem 0,27er Fluorcarbon Vorfach mit der dazugehörigen Drop-Shot Montage. Als Gewicht verwende ich immer Stabbleie, an dieser Rute mit max. 18g Gewicht, Stabbleie sind in den Buhnen zu empfehlen da diese Form die Eigenschaft hat nicht so oft Hänger zu verursachen. Im Moment kommen für mich nur sehr kleine Köder bis max. 3 inch wie z.b. der Thumber von Big Bite Baits oder der Illex Cross Tails in Frage. Als kleines Plus versuche ich auch immer eine Packung Tau- oder Laubwürmer dabei zu haben, diese Lebendköder retten einem meistens den Tag wen wirklich nichts mit Kunstköder geht, natürlich auch dort wo keine Kunstköder erlaubt sind sind Würmer die beste Alternative. ich lag richtig mit den Würmer den nach 8 oder 9 abgefischten Buhnen konnte ich außer einem leichten Anfasser keine Aktivität ausmachen. Auf dem Weg wieder zurück zum Anfangspunkt machte ich in jeder Buhne Probewürfe Wurf als ich in einer Buhne auf einmal einen zaghaften Biss verzeichnen konnte, der Anschlag saß und ich war mit meiner leichten Rute am Drillen eines doch etwas größeren Gegners, einige Minuten vergingen bis ich das erste mal meinen Gegner an der Wasseroberfläche sehen konnte. Ein Wels hatte sich meinen Drop-Shot Köder garniert mit einem Wurm genommen. Ich konnte den Wels wieder ans Ufer bekommen aber er setzte dann immer wieder zu kurzen Fluchten an. Die Bremse meiner Rolle war etwas weiter offen als schonst da ich befürchtete einen Schnurbruch zu erleiden. Nach weiteren 5 Minuten konnte ich den Wels endlich mit der Hand landen. Nach dem er ein kleines Fotoshooting über sich ergehen lassen musste durfte er auch gleich wieder in sein Element. Das Massband ergab 115 cm, ein schöner Beifang beim Barschangeln. Da die Burschen im Drill an solch einer Rute Spaß machen, hat es mich auch nicht weiter gestört das es mit den Barschen nicht geklappt hatte.

 

Die Rapfen geben Gas

Die Rapfen sind an manchen Stellen unglaublich präsent, von den großen bis zu den kleinsten sind alle Rapfen auf die ganz kleinen Futterfische aus.

Jeder der zurzeit mit mittleren Wobbler oder Stickbaits auf Rapfenjagd ist wird wohl als Schneider oder mit einem Zufallsrapfen den Heimweg antreten dürfen. Das Geheimniss ist die kleinsten Futterfische zu imitieren und im Moment bringen sie Größen um die 2 bis 4 cm den Erfolg. Das bedeutet klein fängt besser. Damit kommen für mich kleine 1er und 2er Spinner oder noch besser Rapfenbleie in der kleinsten Ausführung an die Rute da sich damit sehr weite Wasserflächen abfischen lassen. Die Rute ist auch kein Schwergewicht mit ihren max. 30g Wurfgewicht, einer Länge von 2,10 und einer weichen Spitze, dazu kommt es noch das ich die ruckfrei laufende Bremse meiner Rolle leicht einstelle, da die Bisse der Rapfen sehr hart kommen. In der Zeit wen die Rapfen nur auf ganz kleine Futterfische aus sind, ist für mich nur ein Köder der Bringer, nämlich der ASP von Spro in der 10g oder 21g Ausführung, in der Farbe Blau oder Gold. Sehr klein das Ding, sehr weit zu werfen und nimmt kein Platz weg in der Köderbox, genau das richtige für den der Rapfen nicht der Zielfisch ist aber nichts dagegen hätte mal den Drill eines Rapfens zu erleben.