Winterzeit, Zanderzeit !?

 

Die Winterzeit bedeutet nicht nur Familie, kuschelige Abende vor dem Kamin und gutes Essen, sondern auch Zander angeln.

Die meisten Angler haben während der kalten Monate ihr Angelgerät im Keller verstaut.

Daher hat man besondere Vorteile im Winter zu angeln, ein Beispiel, man hat alle Top Stellen zur Auswahl. Für mich ist die Kälte und das frühe dunkel werden kein Grund um nicht ans Wasser zu gehen, ganz im Gegenteil, mit der richtigen Kleidung und dem Angelfieber im Gepäck erträgt man die Kälte am Wasser ohne Probleme. Ich vertrete die Meinung das es meistens nicht zu kalt ist, sondern es wird die falsche Kleidung getragen. Mit heutigen modernen Klamotten hält man es problemlos für mehrere Stunden am Wasser aus.

Ausdauerndes Angeln ist angesagt, die Zander sind nicht mehr so beiß freudig wie in den Herbstmonaten zuvor. Tage ohne einen Biss sind jetzt eher die Regel als die Ausnahme, aber davon lass ich mich auch nicht abhalten da ich die Ruhe und das alleine sein am Wasser genieße. Die letzten Tage waren recht schwierig, der Rheinpegel hatte sich in wenigen Tagen immer wieder verändert. Der unbeständige Pegel machte die Suche nach den Fischen zum Glücksspiel, hatte ich endlich eine vielversprechende Stelle gefunden, konnte man drauf wetten das die Zander ein Tag später wieder weitergezogen waren. In der Winterzeit haben Zander nur kurze Fresszeiten, das macht es extrem schwer diese zu finden und zu fangen, wenn man zum arbeitenden Volk gehört.

Noch einige Sätze zu der Angeltechnik. Ich gebrauche überwiegend die Faulenzertechnik, fische so leicht wie nur möglich und versuche so den Zandern die Möglichkeit zu geben den Köder zu verfolgen ohne al zu sehr ihre Energie zu verschwenden.

Was die Köderaktion angeht scheiden sich meistens die Geister. Ich verwende überwiegend Low- und No- Action Köder in Größen die außerhalb der normalen Norm von 10 bis 14 cm sind, diesen Ködern bekommen in Ausnahmefällen verschiedene Duftnoten (z.b. Knoblauch) mit auf den Weg.

Bei der Farbe liegt man mit Naturdekoren immer richtig, aber je nach Wassertrübung kommen natürlich auch auffällige Farben zum Einsatz.

Ist der richtige Platz zur richtigen Zeit gefunden, steigt bei einem Biss der Adrenalinspiegel ins unermessliche. Geht der Drill gut über die Bühne freue ich mich umso mehr auch über einen kleinen Zander. Die Kälte vergessen lässt mich einige Zeit später ein toller 69 Zander, und die Krönung des Tages wäre noch der dicke Zander gewesen der in der Dämmerung den Drill für sich entscheiden konnte. Solche Tage sind nicht die Regel aber sind der Grund viele Tage in der Kälte, ohne Bisse, auszuharren bis der nächste Biss den Adrenalinspiegel wieder ansteigen lässt. 

 

Part 2

 

Leider verging der Winterurlaub wieder wie nichts, und trotz aller Verpflichtungen fand die Zeit angeln zu gehen.

Auch in diesem Winter zeigt sich der Klimawandel, jetzt wo es eigentlich knackig kalt sein sollte spielen die Pegel der Flüsse verrückt.

Der Pegel des Rheins hatte schon fast Rekordverdächtige Stände angenommen, was natürlich das angeln noch schwieriger macht. Das Wetter und die hohen Pegel garantieren das man Tage- wenn nicht Wochenlang keinen anderen Angler am Wasser sieht.  Das kommt mir nur entgegen da die Top Stellen bei solchen Wasserständen sehr begrenzt sind. Die Motivation hielt sich nach Tagen ohne jeglichen Kontakt in Grenzen, erst nach dem Neujahr stiegen die Außentemperaturen an und der Wasserstand sank merklich, das weckte anscheinend wieder den Hunger der Zander. Kurz nach Neujahr konnte ich abends einen sehr guten Biss verzeichnen, leider blieb dieser Räuber nicht hängen. Später gab es noch einen Nachläufer und den Rest des Abends ging nichts mehr.

Einen Tag später war ich mit einem Kumpel am Wasser und es dauerte nicht lange bis der erste Biss kam, nur blieb dieser leider nicht hängen. Besser lief es bei ihm, der einige Meter weiter einen 70er Zander, nach einem knackigen Drill, landen konnte, gefangen auf einen Action Shad in braun mit Glitter Partikel. Diese Erfolge zeigten das der Rückgang des Hochwassers und die konstanten Außentemperaturen den Hunger der Zander gesteigert hatten. Ein Abend später lief es noch besser, nicht nur das milde Wetter, sondern auch der Hunger der Zander trugen dazu bei das es auch bei mir richtig knallte. Ein 20 cm großer Low Action Köder in Barschdekor und mit Knoblauchduft, überredet diesen Zander zum Biss, und trotz dem kalten Wasser bewies dieser sein ganzes Kampfpotenzial. Das Adrenalin schoss mir, nach dem Anschlag, durch die Venen während der 80er Zander wütend seinen Kopf am anderen Ende der Schnur schüttelte. Trotz der wilden Kopfschläge konnte ich den Zander endlich landen und mir beweisen das die Stunden am Wasser sinnvoll investiert waren. Ein gelungener Start ins neue Angeljahr.

 

Part 3

 

Wir haben Mitte Januar, der Winter zeigt endlich wie ein Winter zu sein hat, die Temperaturen haben sich auch Tagsüber unter dem Nullpunkt eingepegelt und das macht das befischen der Zander noch härter.

Nachdem ich die letzten Tage berufsbedingt nicht ans Wasser kam, schaffte ich es vor einigen Tagen endlich früher Schluss zu machen um einige Stunden am Wasser zu verbringen. Mit der richtigen Winterkleidung und meinem Angelzeug in der Hand ging es ans Wasser. Da angekommen gab’s einen guten Empfang durch einen recht kalten Wind der mir in den Rücken blies.

Ich bereitete die Rute vor, sprühte auch die Ringe und Schnur mit Silikonspray ein um ein einfrieren derjenigen zu verhindern.

Die ersten Versuche machte ich mit kleinen Ködern, wechselte aber später auf große Köder. Auch die Angeltechnik variierte ich von Zeit zu Zeit, mal sollte es das Faulenzen richten dann wieder das Drop-Shot, aber keine davon brachte mir den ersehnten Biss. Es dauerte nicht lange und es dämmerte schon während ich weiter angelte und als ich schon dachte, dass das nichts mehr wird kam endlich, an einer tieferen Stelle aus dem nichts, ein Biss. Der Räuber entschied sich nur dafür den Schwanz meines Gummiköders zu behalten.

Das Wasser mit seinen 5 Grad hat die Raubfische sehr lethargisch werden lassen, das hat man unter anderem auch an diesem Biss gemerkt. Der Biss war sehr unscheinbar, kaum zu spüren, ich setzte dennoch den vollen Anschlag, aber der Fisch hatte anscheinend nur aus Neugierde den Schwanz des Köders gepackt. Für mich bedeutet das trotz der mangelnden Zeit das richtige Beissfenster zu finden um Erfolg zu haben. Das hatte ich mir in den nächsten Tagen vorgenommen, aber die Wetterprognosen zeigten das der Winter wohl doch noch eine Schippe drauflegen sollte.

 

Part 4

 

Auf die Kaltwetterfront der letzten Tage folgten abwechselnd Regen und Schnee.

Die Idee eine bestimmte Stelle zu beangeln fiel leider wortwörtlich ins Wasser den ein Blick auf die Wasserpegelmeldung im Internet zeigte mir das der Wasserstand über Nacht um zwei Meter steigen sollte.

Zwar konnte ich diese Stelle am nächsten Tag vergessen, da sie nur erreichbar ist wen der Rhein Normalstand hat, aber dafür war das Wasser gestiegen und das erweckte reelle Hoffnung auf einen Fang. Dazu kam das sich der Tag mit Sonnenschein und gestiegenen Temperaturen zeigte, in Verbindung mit dem trüben Wasser des Rheins Top Vorrausetzungen. Am Wasser angekommen, waren der erste Wurf eine Niete den ich verlor meinen Köder in der Steinpackung. Der zweite Wurf an dieser Stelle brachte prompt einen Biss der leider ins leere ging. Einige Zeit später frischte der Wind merklich auf und ich bekam wieder einen Biss, der so spitz war das mein Anschlag wieder ins leere ging. Die Zander waren anscheinend da und waren nicht ganz abgeneigt also beackerte ich weiter die Stelle und beim nächsten Biss saß der Anschlag und ein 60er Zander kam aus den trüben Fluten zum Vorschein. In der Zwischenzeit hatte der Wind soweit aufgefrischt das ich einige Zeit später, als eine richtige Köderkontrolle kaum noch möglich war, den Angel Tag beendete. 

 

Weiter geht es mit Part 5

 

Einige Zeit später, wir haben Anfang Februar, jeden Tag ändert sich das Wetter aufs Neue, zumindest sinkt der Rhein stätig weiter und liegt aktuell bei 4,5m.

Was zum Zanderangeln gehört sind Schneidertage und der erste Tag war einer davon.

Darum stand ich darauffolgenden Tag, nach der Arbeit, wieder am Rheinufer, der Rhein war wieder um einen halben Meter gesunken, das Wasser war wieder klarer geworden. Kein gutes Zeichen, den je weiter der Rhein aufklart umso weiter verlegen die Zander ihre Beisszeiten in die Dunkelheit hinein. Die Vermutung bestätige sich den meinen ersten Biss bekam ich erst als es dämmerte, ein Biss der aber ins leere ging. Der Biss zeigte mir aber das die Zander nicht nur erst in der Dämmerung beißen würden, sondern auch noch nicht an der Steinpackung waren, sondern noch weit draußen an der Strömungskante standen.

Ein 20g Jigkopf mit einem 18 cm Köder in Barschdesign sollte es richten. Einige Würfe später bestätigte sich meine Vermutung den ich hatte einen Anfasser, bei dem der Anhieb ins leere ging. Ich ließ den Köder wieder auf den Grund sinken und wartete kurz. 1, 2 in Gedanken gezählt, ich hob den Köder vom Grund und prompt kam der Biss, der schön in der Rute zu spüren war. Während der Zander sich mit harten Kopfstößen wehrte hielt ich diesen auf Spannung bis ich ihn mit der Hand landen konnte.

Ich hielt einen massigen 74er Zander in der Hand der ganz knapp am Stinger hing. Das abhacken und ein Bild gingen schnell und ich war schon wieder am angeln. Der zweite Biss einige Zeit später ergab einen 55er Zander, der mir bestätigte das die Zander wirklich noch an der Strömungskante standen. Die fluchten und harten Kopfstöße dieser beiden Zander machten Lust auf mehr. Ich angelte weiter aber leider gab es nur noch einen Anfasser bevor dieser Abend endete und ich kurze Zeit später den Heimweg antreten musste.

 

Einfach mal so

 

Es gibt auch die Tage an denen auf unseren Zielfisch nichts geht, trotzdem ist man froh am Wasser sein zu können, die Zeit und das Aussenrum genießen.

Es wird langsam wärmer die Tage werden länger und die Natur erwacht, befindet man sich etwas weiter ab von der Stadt und will die eine oder andere Stelle beangeln kann es gut sein das diese Stelle von Rehen besetz ist die ihren Durst stillen. Man geht dann weiter seines Weges und fischt die Buhnen ab immer mit der Erwartung auf das nächste „Tock“ in der Rute. Da kann es aber passieren das man eine Buhne befischt in der nicht die Zander daheim sind sondern die Brassen gestapelt stehen und man eine durch Zufall hackt oder jeder Wurf einen Schnurschwimmer ergibt. Man wandert zu der nächsten Buhne und dort befinden sich auch wieder nicht die ersehnten Zander aber dafür haben sich einige Karpfen anscheinend die Buhne als ihren Ruheplatz ausgesucht da beim ersten Wurf ein Karpfen von meinem Köder berührt wird und als Erinnerung überlässt er mir am Jigkopf eine seiner großen Schuppen, ein paar Meter weiter versucht man es noch mal und sogleich rappelt es in der Rute da die Schnur anscheinend einen Karpfen berührt hat und der quittiert es sogleich mit einer wilden Flucht. Wir beangeln Buhne nach Buhne und dabei entfällt uns auch nicht was um uns herum passiert, da schwirrt mal keine 3 Meter von einem entfernt ein Eisvogel in seiner blauen Pracht vorbei oder über einem schreien die ausgewilderten Papageien um die Wette. Es folgt der schon lang ersehnte Sonnenuntergang und langsam erscheinen die Sterne am Himmel es kehrt Ruhe ein, eine Bisamratte schwimmt gemächlich am Ufer entlang und nimmt keine Notiz von uns, anscheinend wollen sich auch nach eintritt der Dunkelheit die Zander nicht zeigen, ist ja auch nicht schlimm den wir machen uns zufrieden auf den Weg Nachhause nachdem wir solch tolle Eindrücke sammeln durften.

 

Der Winter endet bald

 

Die Zeit vergeht wie im Flug, der März ist zu Ende und das Thermometer verharrt standhaft an der Nullgradgrenze.

So hartnäckig wie das Wetter ist auch das Beißverhalten der Zander gewesen.

Obwohl ich nicht an die Theorie mit dem Ostwind glaube, lässt dieser die Luft um einiges kälter erscheinen als sie tatsächlich ist, das macht es einem deutlich schwer über längere Zeit konzentriert zu angeln. Bevor Zander und Co ihre Schonzeit beanspruchen, wollte ich es nicht unversucht lassen noch einen Zander zu fangen. Immer wenn ich etwas Zeit fand verbrachte ich diese Stunden am Wasser und beackerte ich Häfen, Altarme und Buhnen ohne erwähnenswerten Erfolg zu haben. Wenn man eines beim Winterangeln auf Zander haben muss, dann sind das Geduld und Hartnäckigkeit. Dass solche Eigenschaften auch lohnen können zeigte sich als endlich, an einem der letzten Abende, in völliger Dunkelheit ein 71er Zander auf meinen 6 Inch Sea Shad in Fire Tiger biss. Die starken Fluchten und die unverkennbaren Kopfstöße ließen mich die vorherigen Stunden ohne einen Fang von einer Sekunde auf die andere vergessen.

Nach dem Fang des Fisches fiel auch die Anspannung von mir ab, mit dem Gedanken davor, das es wohl vor der Schonzeit keinen Zander mehr auf der Habenseite geben würde. So blicke ich jetzt der kommenden Schonzeit entgegen und gönne den Räubern ihre wohlverdiente Schonzeit und mir eine Pause bis es in 1 ½ Monaten mit der neuen Saison wieder losgeht.