"Zander sind Zicken"

Das Zander manchmal Zicken sein können ist jedem der auf Zander angelt bekannt.

Man läuft sich auf der Suche nach ihnen die Hacken ab, beackert den Rhein und Neckar, angelt morgens, mittags und abends um das Beissfenster zu finden aber man geht trotzdem Tagelang als Schneider nachhause. Als Freizeitangler findet man sich irgendwann damit ab das man eben nicht immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein kann, also angelt man weiter bis die Durststrecke endlich unterbrochen wird. Wo schon andere längst aufgeben bleibt man als leidenschaftlicher Zanderangler immer am Ball, den irgendwann finden die Schneidertage auch ein Ende. Man versucht es an alt bewährten Stellen, sucht sich neue Stellen und ist am Verzagen das sich kein Zander für den angebotenen Köder interessiert. Die letzten Tricks werden ausgepackt, und vermeintliche Kontakte offenbaren sich dann als quer gehackte Brassen oder Rapfen die sich den Köder in bester Zandermanier vom Grund einverleiben.

 

Man könnte irgendwann den Kopf hängen lassen wären da nicht diese Kontakte von Brassen und Rapfen die einen ab und zu aus der monotonen Lethargie reißen würden. 

Ebenso gibt es einen Kandidaten der es immer wieder drauf hat das das Adrenalin plötzlich durch die Blutbahnen rauscht. Wenn du Buhne um Buhne, Stelle um Stelle akkurat ab angelst ohne an etwas Böses zu denken und dann plötzlich wie aus dem Nichts wird dir fast die Zanderrute aus der Hand gerissen. Ein Wels hat am anderen Ende der Schnur ein überzeugendes Interesse an deinem Köder bekundet und der Ritt kann beginnen.

In so einem Moment vergisst du das dein Zielfisch der Zander war, dir geht die Pumpe und tausende Gedanken schwirren dir durch den Kopf, hält die Schnur das aus, ist die Bremse richtig eingestellt, läufst du mit oder bleibst du stehen. Das alles innerhalb von wenigen Millisekunden. Aber der allererste Gedanke denn ich habe, wenn auf meine Zandercombo ein Wels einsteigt ist immer; Bitte lass es keine Riese sein! Den dann kannst du dir sicher sein, diesen Kampf verlierst du mit Sicherheit.

Es ist unglaublich wie schnell du die letzten Schneidertage hinter dir lässt während du dich mit ihm messen tust, ihm Paroli bietest während die Rute sich erhaben vor der Kraft des Welses biegt und die Bremse deiner Rolle immer wieder während der starken Fluchten surrend anläuft. Währenddessen gebt der Wels und du alles um nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Und eine gefühlte Ewigkeit später zeigt er plötzlich seine Breitseite vor deinen Füßen und während du deine Hand zum Wallergriff anlegst merkst du wie verschwitzt aber auch erleichtert du bist nach so einem Drill. Wen mir so etwas beim Zanderangeln passiert kann ich voll verstehen wieso so viele süchtig nach dem Zielfisch Wels sind. Auch wenn der Wels ein Kraftpacket ist und die Zander tagelang zickig sind, schwöre ich trotzdem nicht dem Zanderangeln ab den ich bin süchtig nach dem „einzig wahren Tock“.

 

Der Wels ist nicht mein Zielfisch, trotzdem habe ich durch Drills dieser Fische sehr viel über die Qualität und Möglichkeiten meines Angelgerätes und über mein Verhalten und das richtige Einschätzen von Situationen beim Angeln gelernt, wie ich finde hats auch einen sehr großes nutzen beim Angeln auf andere Fischarten.

 

Nachtrag;

Auch wenn die Zander eben manchmal zickig sind und einfach wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheinen. Irgendwann kommt aus dem Nichts dann doch dieses „Tock“ und bleibt man auch über mehrere Tage immer konzentriert bei der Sache pariert man diesen Biss mit einem festen Anschlag und beim Anblick eines Zanders der die Wasseroberfläche durchbricht weiß man von selbst warum man eben Zanderangler ist.

 

veröffentlicht Dezember 2013

Einer der ersten Zander 2014

Leider bin ich diesen Monat nicht so oft ans Wasser gekommen wie ich es eigentlich vor hatte.

Trotzdem waren die wenigen Versuche nicht umsonst, da ich manchen Zander fangen konnte. Das Jahr begann nicht mit großen Zandern und auch nicht mit Massen an Fisch, was in dieser Jahreszeit am Rhein auch nicht zu erwarten war.

 

Eines hat sich trotzdem bestätigt, mein Lieblingsköder von Bass Assassin bleibt auch in diesem Jahr einer meiner Top Köder. Wiederum hat sich herausgestellt das im Monat Januar sich nicht nur die Zander sondern auch die Hechte auf die Jagd in den dunklen Stunden verlegt haben. Einen Zander konnte ich in der Mittagssonne landen sonst gab es nur spät nach Sonnenuntergang die ersehnten Bisse. Die nächsten Wochen bis zur anstehenden Schonzeit werde ich noch nutzen um den Räubern nach zu stellen, da bleibt Ihr natürlich auf dem laufenden. Was auch noch ansteht ist in kürze der jährlich anstehende Termin für die Messe Fisch & Angel in Dortmund, da bin ich auch schon gespannt was es dieses Jahr wieder zu sehen gibt und freue mich auf das eine oder andere Tackle oder verschiedene Köder zu begrabschen. Einige Tage später wird über die Messe aus Dortmund ein Bericht hier auf meiner Seite erscheinen.

 

veröffentlicht Januar 2014

Wechselnde Pegelstände an Flüssen

Besonders unsere großen Flüsse wechseln im Laufe eines Jahres ihr Gesicht und beeinflussen damit maßgeblich das Verhalten der darin lebenden Fische.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich in diesem Bericht auf das Zanderangeln in Verbindung mit Pegelständen am Rhein legen.

Im ersten Teil beziehe ich mich auf die Situation wen der Rheinpegel an einem Scheitelpunkt zwischen steigendem und sinkendem Wasserstand angelangt ist. Ich erwähnte schon oft das die genannte Situation für mich Optimal ist um angeln zu gehen. Besonders angetan haben es mir in dieser Zeit Stellen wie Hafeneinfahrten, Ausläufe von Altarmen, eben Stellen an denen schnell fließendes und ruhendes Wasser aufeinandertreffen. Infos die die Pegelstände zeigen findet ihr im www zu genüge, da bekommt ihr auch eine aussagekräftige Prognose für die kommenden Tage. Besonders die Zeit bevor der Pegel seinen Scheitelpunkt erreicht hat, erwies sich als sehr lohnendwert. Dabei spielt das Thema Treibgut aber eine große Rolle, den ist viel davon im Wasser vorhanden, was öfters der Fall sein kann, wird es auch schwer sein die Zander zu fangen. Das schlechte Beissverhalten in dieser Zeit lässt mich zwei Gedanken ableiten die dazu führen könnten. Zum einen das zu viel Treibgut im Wasser es dem Zander schwer macht die Beute ausfindig zu machen und zum anderen das die Zander einfach einen Rückzugsort bevorzugen der frei von Treibgut ist.

 

Eine fast genauso vielversprechende Alternative zum steigenden Wasser ist die Zeit wen der Fluss anfängt zu sinken, in dieser Zeit wird der Schmutz wieder vom Fluss mitgezogen und die Altarme und Hafeneinfahrten werden wieder sauber. Die Zander finden sich dann wieder an den Stellen ein und jagen vermehrt auch tagsüber. Angelt man nun in dieser Zeit an den genannten Angelstellen dann trifft man früher oder später auf beissfreudige Zander. Um die Stellen sauber absuchen zu können verwende ich meist schwereres Gerät, Ruten um die 80g mit einer Spitzenaktion und einem harten Rückgrat haben sich als optimal erwiesen. Denn will ich die Strömungskante und die wenigen Meter daneben sauber abscannen kommen dafür schwere Jigköpfe an die Rute, angefangen bei ca. 25g aufwärts. Mit solchen Gewichten bekomme ich garantiert jeden Bodenkontakt mit und die Zander stört das Gewicht nicht im geringsten. Ein weiterer Vorteil mit schweren Gewichten zu angeln ist die erreichbarer Wurfweite den diese ermöglicht es mir einen größeren Bereich zu beangeln in dem natürlich auch wieder die Zander stehen könnten. 

 

                                                             Quelle: Google Earth

Wer sein Glück auf Zander mal versuchen will kann das auch bei solchen Gegebenheiten probieren. Aber denkt immer daran;

„Safety First“ kein Fisch der Welt ist es Wert irgendwelche Risiken einzugehen, den besonders bei Hochwasser sind Flüsse unerbittlich und verzeihen selten einen Fehler.

veröffentlicht September 2013

Herbst Hochwasser 2013

Es ist Mitte November einer meiner Lieblingsmonate um auf Zander zu angeln.

Der November ist der Monat in dem die Zander spätestens ihre Fettreserven für den nahen Winter aufgefüllt haben müssen. Momentan ist der Pegel des Rheins durch den vielen Regen hoch, natürlich wirkt sich das sehr positiv auf das Beissverhalten der Zander aus, wäre da nur nicht immer dieser negative Nebeneffekt mit dem vielen Treibgut, was einem stressfreien Angeln doch sehr im Weg stehen kann. Wie schon öfters erwähnt beißen die Zander an solchen Stellen doch seltener, hat man aber eine beruhigte Stelle ohne viel Treibgut im Wasser gefunden kann man sich beim vorherrschenden trübungsgrad des Wassers sicher sein auch an sonnigen Tagen Zander fangen zu können.  Mein erster Versuch nach dem unterschreiten des Scheitelpunktes fing schon sehr vielversprechend an. Als Köder kamen bei mir knallige Köder (z.b. limetreuse) ans Band. Innerhalb weniger Würfe hatte ich einige Kontakte und drei gelandete Zander auf der haben Seite. Da die Zander gerade eben an dem vorgegebenen Sollmaß kratzten entschied ich mich näher an die Strömungskante zu gehen in der Hoffnung das da bessere Zander stehen könnten.

 

Schon nach einem der ersten Würfen gab es einen Einschlag und im Drill war schon zu merken das es ein besserer war. Wenig später zeigte sich ein Ü60er an der Wasseroberfläche. Ich hatte anscheinend einen besseren Trupp gefunden, den zwei Fehlbisse später hing auch wieder ein Ü60er am Band der einen guten Drill bot. Wenn ich so einen gute Beissfrequenz habe, probiere ich auch das eine oder andere Mal aus. In diesem Falle wich ich auf sehr naturgetreue Köder und leichtere Jigköpfen aus um zum einen lange Absinkphasen zu haben und zum anderen die Zander besser zu täuschen. Das brachte aber eine Zeitlang nichts. Erst als wieder ein Köder in limetreuse an einem schweren Jigkopf dran kam gab’s erst einen Fehlbiss und dann den nächsten Zander der hing. Der aggressive Biss und die harten Kopfstöße die in der Rute zu spüren waren zeigten das diesmal noch etwas Besseres dranhing. Nach einigem hin und her durchbrach auch dieser die Wasseroberfläche und nach einer sauberen Handlandung und dem messen war klar das war ein stattlicher 71er Zander. Ein Tag am Rhein mit dem man wirklich zufrieden sein kann, ein halbes Dutzend gelandeter Zander beweisen das der November zu den besten Monaten gehört, kommt noch Hochwasser hinzu hat man eigentlich die richtigen Voraussetzungen um nicht als Schneider den Tag zu beenden.

 

veröffentlicht November 2013