Bericht April 2017 

Wir sind schon längst in der Schonzeit und endlich finde ich mal wieder die Zeit einen Bericht über die zurückliegenden Monate zu schreiben.

Nachdem beruflich und privat einiges drunter und drüber ging war es aus anglerischer Sicht gesehen recht überschaubar aber nicht ganz unspannend, was wohl zum einen daran lag das der Rhein ewig lang niedrig Wasser führte und zum anderen das ich nicht so oft am Wasser war wie die  Jahre davor. Trotz allem gab es auch in dieser Zeit einige tolle Sunden am Wasser, zum Beispiel mit einem 91er Zander. 
Aber fangen wir am Anfang an, wie gesagt durch den niedrigen Pegel des Rheins war es schwierig die Standplätze der Zander zu finden. Durch die Videos die ich auch auf Facebook oder Instagram gepostet hatte hatten wir einige Anhaltspunkte wo sich die Fische aufhalten könnten und befischten diese auch dementsprechend. Besonders die Nasen machten im Januar auf sich aufmerksam und genau an solchen Stellen fanden wir auch die Raubfische. Ein tolles Erlebnis hatten wir an einem Abend in Verbindung mit den Nasen, denn während diese in Mengen an der Oberfläche buckelten und sprangen hatten wir in der gleichen Buhne einige Bisse und am Ende des Abends drei Zander auf der Habenseite, alle drei stattliche Kerle.  Nach diesem Erlebnis verlies uns das Glück den die Nasen waren anscheinend weitergezogen und damit auch die Raubfische.  
Daher entschieden wir uns nach einstimmiger Meinung die Fisch und Fang Anfang im Februar ausfallen zu lassen und dafür im Januar ein Wochenende in Siegen mit Schlitten fahren, Streamer binden und Grillen im Schnee zu verbringen. 
Nach dem Besuch in Siegen und darauf folgenden wenigen Versuchen in Häfen und im Hauptstrom die nicht mal einen Biss brachten, wollten wir Anfang Februar noch mal die Buhnen wo wir die Zander gefangen hatten genauer unter die Lupe nehmen und da hatte ich auch tatsächlich Glück, denn an einem dieser Abende bekam ich einen zaghaften Biss den ich mit einem harten Anhieb parierte, anschließend  hing etwas wie ein nasser Sack am Ende der Schnur. Der Fisch machte keine großen Anstalten sich vom Boden zu lösen und bewegte sich einfach am Grund von der Strömungskante in die Buhne rein und dann an der Steinpackung entlang, daher konnte ich am Anfang nicht wirklich einschätzen was für ein Fisch das sein sollte. Erst als ich ihn an die Steinpackung ran geholt hatte spürte ich einige wenige aber gute Kopfstöße in der Rute was mich darauf schließen ließen das es ein Zander war. Dass es ein großer war hätte ich mir bei dem Verhalten und den Kopfstößen fast denken können, aber ich wollte es nicht wirklich vor Tibi laut aussprechen, nicht das ich mich am Ende noch irren sollte. 
Die Gewissheit kam als der Fisch vor meinen Füßen die Wasseroberfläche durchbrach und seine kompakte Breitseite zeigte, mit einer beherzten Handlandung hielt ich mit einem Puls von gefühlten 200 endlich wieder einen tollen Fisch in den Händen. Das schnelle Vermessen ergab 91 cm und nach kurzem Ablichten entließ ich ihn oder doch eher sie wieder in die Fluten des Rheins. Und auch dieser Zander bestätigte wieder meine Aussagen die ich schon in früheren Berichten beschrieben habe, das kapitale Zander sich ganz anders im Drill verhalten als ihre kleineren Artgenossen.

 

Nach diesem Zander wurde es komisch, denn jeder der Versuche die wir in der darauffolgenden Zeit auf Zander machten brachte mindestens einen Biss und zwar nicht von Zander sondern von Wels und wahrscheinlich Karpfen. Das Problem war das diese Fische mit Zandergeschirr einfach nicht zu halten waren und das bei einer Wassertemperatur unter 8 Grad. Einige dieser Drills gingen kurz nach dem Anhieb zu Ende, aber die beiden anderen Drills konnten wir filmen und auch posten. Der eine Drill fand mit einer 50 Gramm Rute und 10 kg Schnur, der andere mit eine 80 Gramm Rute und 16 kg Schnur statt, keiner dieser Fische war haltbar.
Danach war Schluss mit Buhnen angeln den plötzlich stieg das Wasser an und ich verließ mich auf mein Gespür es wieder in den Häfen zu probieren was mir einen Ü 70er Zander brachte, und damit auch den letzten Raubfisch vor der Schonzeit. 
Nachdem das Wasser einige Tage später wieder gesunken war und in Folge der beiden Drills in den Buhnen versuchte ich es einige Male mit der Welsspinnrute an den genannten Buhnen und was war das Ende vom Lied? Ich hatte bei drei Versuchen keinen einzigen Biss. Meine einzige Ausbeute war ein großer Schuppen von einem Karpfen und eine an der Flosse gehackte Barbe. 
Der April kam mit großen Schritten auf uns zu und wir verlagerten uns mit konstant steigender Wassertemperatur immer mehr auf das Karpfenangeln. Jetzt wo ich diese Worte schreibe haben wir schon einige Male angefüttert und schon drei Karpfenansitze hinter uns ohne das wir Erfolg hatten.  Wir werden wenn die Zeit es zulässt auch bis Mai regelmäßig anfüttern und natürlich den einen oder anderen Tag am Wasser verbringen und sollten die Karpfen doch beißen werdet ihr es natürlich auf meiner Seite sehen, den in wenigen Wochen startet wieder die neue Raubfischsaison und dann wird wieder auf Zander und Barsch angegriffen.

 

Veröffentlicht April 2017

Vollmond, Fluch oder Segen?

Der Vollmond steht auch beim Angeln seit Jahrhunderten wohl hoch im Kurs. Für den einen verspricht er die Massenfänge ohne Gleichen für den anderen eine der wenigen Chancen auf den Fang des Lebens. Und auch heute noch ist das Thema nicht nur unter Anglern umstritten auch die Printmedien steigen gerne und regelmäßig auf diesen Zug auf. Das Gegenteil, das der Vollmond nicht funktioniert, zu beweisen wird wohl nie jemandem gelingen und ich möchte es hier auch nicht versuchen. Was ich rüber bringen möchte ist einfach die Erfahrung die ich/wir gemacht haben. Daher beziehe ich mich bei diesem Thema auch nur auf den Rhein bei Mannheim und auch nur auf den Zander als Zielfisch (obwohl die Fänge von Barsch und Hecht bei Vollmond meistens sehr zu wünschen übrigließen), sonst reiße ich hier ein Loch auf das ich nie wieder flicken kann.

 

Zu meiner Anfangszeit glaubte ich natürlich auch an die Zauberwirkung vom Vollmond genau wie an die Windrichtung und weitere Konstellationen die ich schon längst abgelegt habe. Ganz ehrlich ich stand über die Jahre schon sehr oft bei Vollmond am Wasser egal ob allein oder mit anderen, und nie wurden solche Weisheiten wahr.

Ein Jahr hat 12 Monate und im Normalfall hat jeder Monat einmal Vollmond.  Also eine geringe Anzahl von Tagen im Jahr und nimmt man die 365 Tage in Vergleich zu 12, +- 1 Tage vor und nach Vollmond ist das eine reine Wahrscheinlichkeitsrechnung wie gut die Chancen auf Massenfänge geschweige denn auf den Kapitalen stehen.  Ich traf auch schon Leute am Wasser die ihre Schneidertage mit dem aufkommenden Vollmond entschuldigten. Natürlich werden immer wieder Angler der Meinung sein bei Vollmond besser zu fangen, wenn sie überdurchschnittlich hoch um die Vollmondzeit angeln. Umgekehrt könnte ich auch die Aussage treffen, der Neumond ist am besten und keiner könnte das Gegenteil beweisen, obwohl ich wirklich glaube das da die Voraussetzungen auf Zander da besser sind. Wie ihr seht es gibt für alles ein Pro und Contra.

 

Wie ich mir da so sicher sein kann das der Vollmond Contra produktiv für Zander ist? Also meiner Meinung nach gibt es eine logische Erklärung der Evolution, da die Zander eben das Sehvermögen besitzen dem kaum ein anderer Fisch in unseren Breitengraden nahekommt, also das „Adlerauge“ unter den Fischen. Ihr extremes Sehvermögen beruht darauf das ihre Augen wie ein Restlichtverstärker funktionieren und somit in dunkler Umgebung ihre Beute schlagen können. Also warum sollten die Zander gerade im einem so klaren Gewässer wie der Rhein meistens ist so sehr auf die Vollmondphasen erpicht sein, wenn sie das doch nicht nötig haben. Zum anderen gefährden sich sich doch selbst als das sie als Beute für andere Räuber enden könnten.

Der dritte Wiederspruch ist, je heller die Nacht ist umso wahrscheinlicher ist es doch das die Beute die die Zander schlagen wollen diese auch früher erkennen können und rechtzeitig die Flucht antreten. Das alles spricht doch gegen die Regel, mit wenig Energieaufwand größten Nutzen ziehen.

Ich versuche es mit meiner getanen Erfahrung an meinen Hausgewässern zu beantworten, nein man fängt nicht viel mehr und auch nicht die Kapitalen. Der Vollmond garantiert keinem den Fang seines Lebens. Erfahrung, Ausdauer, Konzentration und viel Glück verhelfen einem regelmäßig zu fangen oder eben den Fisch seines Lebens zu fangen.                                                                                            

Und warum gehe ich trotzdem in solchen Nächten Angeln? Einfach aus dem Grund, weil der Vollmond eine besondere Anziehungskraft hat. Wenn auch es mir auch klar ist das ich wahrscheinlich als Schneider heimgehen werde genieße ich diese Nächte bei Vollmond am Wasser, denn diese Nächte sind stimmungsmäßig ganz anders als andere Nächte, wenn diese riesige weiße Kugel über einen hinwegwandert, alles in der Umgebung aufhellt, sich auf dem Wasser spiegelt, und du dabei ganz alleine am Wasser stehst, eine Stimmung die schwer mit Worten zu beschreiben ist.

 

Und eigentlich ist es ja auch egal, den ich als Normal-Angler bin glücklich das ich neben Familie, Beruf und was sonst das Leben noch so bringt trotzdem dieses Hobby ausüben kann und darf, und es macht mich glücklich die Zeit die ich übrig habe in der Natur am Wasser zu erleben. Darum es muss nicht immer der Kapitale oder die Masse an Fängen sein denn genau so glücklich kann ich auch in einer schönen Vollmondnacht ohne Fisch den Heimweg antreten da dieses Erlebnis mir auch ein hohes Maß an Zufriedenheit gibt. Also egal wann ihr rausgeht, genießt die Zeit und habt Spaß und wenn’s doch bestens beißen sollte oder der Kapitale am Ende der Rute hängt, dann Petri Heil. 

veröffentlicht Oktober 2016