Spinnfischen

Spinnrute ist nicht gleich Spinnrute und Rolle nicht gleich Rolle.

Für jeden Zielfisch macht es Sinn die entsprechende Spinnrute und die dazu passende Rolle zu verwenden.

Natürlich kann sich nicht jeder sich alles leisten aber es ist etwas schwierig mit nur einer 08/15 Combo ans Wasser zu gehen und zu erwarten das man Spaß hat. Jeder der regelmäßig angeln geht hat eine gewisse Grundausstattung und da sollte mehr als eine Rute und eine Rolle dazu gehören.

 

Die richtige Geräteauswahl für den Zielfisch

Die Überschrift deutet es schon an, es Sinn das Angelgerät dem Zielfisch anzupassen.

Heutzutage angeln viele, dem Japantrend folgend, mit sehr leichtem und filigranem Gerät, umso leichter und kleiner umso cooler ist die Devise. Dagegen ist in erster Linie nichts einzuwenden, denn auch ich verwende manchmal sehr leichtes Gerät zum Beispiel in der Brutfischzeit wo sehr kleine Köder gefragt sind für die Barschangelei. Man muss aber auch bedenken das diese Combos nicht auf alle unsere heimischen Fischarten ausgelegt sind.

Deswegen sollte man immer darauf achten das die Rute und Rolle mit dem passenden Zubehör auf die entsprechende Fischart ausgelegt ist um einen zügigen und vor allem einen sicheren Drill gewährleisten zu können. Natürlich kann man nicht verhindern das auch an einer leichten Combo ein schwerer Hecht einsteigt. Will man aber bewusst auf Hecht angeln nimmt man auch das dafür entsprechende Gerät mit ans Wasser. Da gehören nicht nur Rute und Rolle dazu, sondern auch die dafür passende Schnur, das Vorfach und natürlich die dafür benötigten Kleinteile wie Wirbel. Anschaulich erklärt ist die Zusammensetzung des Gerätes wie ein Faden der von der Hand bis zum Köder durchgeht, ist eine Schwachstelle an diesem Faden vorhanden ist das Risiko den Fisch des Lebens zu verlieren groß. Es ist nicht nur der Fisch der das Gerät dauerhaft beansprucht, sondern auch ggf. Hänger die man hat das wiederholte werfen und wieder einholen aber auch die Größe und das Gewicht der eingesetzten Köder. Ich habe weiter unten eine Tabelle eingefügt um aufzuzeigen welches Gerät zu unseren drei gängigsten Räubern passt. Natürlich gibt es viele andere Angelarten und Fische die wiederum anderen Ruten und Rollen voraussetzen, daher beziehe ich mich in dieser Tabelle einfach nur aufs Spinnfischen vom Ufer.

 

Wurfgewicht

Das Wurfgewicht einer Spinnrute wird in Gramm (in den USA in Unzen) angegeben.

Auf dem Rutenblank ist das Wurfspektrum der Rute angegeben, als Beispiel, ist auf dem Blank 25-50g aufgedruckt, bedeutet dies das die Rute mit einem Ködergewicht von 25 bis 50g am besten arbeitet, das optimale Wurfgewicht mit dem sich die Rute am besten auflädt liegt dann irgendwo zwischen diesen beiden Werten. Die Wurfgewichtsangaben sagen aber nichts über die Eigenschaften des Blankes aus. Daher geht aus diesen Angaben nicht hervor ob eine Rute z.b. eine schnelle Aktion hat, da gilt es die Rute in die Hand zu nehmen und zu testen. Verwendet man Ami Ruten oder bestimmte Baitcasterruten aus anderen Ländern wie Japan hat man die Angaben auf dem Blank nicht in Gramm, sondern in Unzen (Oz). Die Umrechnung dazu findet sich im Internet, aber als Faustformel gilt das 1oz umgerechnet ca. 28g ergeben, somit bedeutet es beim Aufdruck 2-5Oz das die Rute Ködergewichte von 56g bis 140g abdeckt.

 

       Barsch        Zander          Hecht
Rute Wg     bis 30g     bis 50-70g      bis 80-100g
Rollengrösse    500-1000er    2500-3500er

    2500-4500er

Hauptschnur     ca. 5 kg       6-14 kg         10-18kg
Vorfach  5kg Stahl/Fluo   6-14kg Stahl/Flou   10-20kg Stahl/Titan 
Wirbel/Snaps        6kg      12-24kg        35-70kg

 

 

Die Rocksweeper Nano

Damals, dass bedeutet vor über einem Jahr war ich mal wieder auf der Suche nach einer Spinnrute. Kriterien waren folgende: 2,4 m bis 40 o. 50g Wg.

Spitzenaktion, einen straffen Blank, SIC-Beringung und am liebsten Duplongriff natürlich spielte das Design der Rute auch eine Rolle. Damals kam ein Anruf von einem Freund das es die Rocksweeper Nano von Abu Garcia in einem uns bekannten Geschäft für einen unschlagbaren Preis geben würde. Am nächsten Tag stand ich im besagten Geschäft und hatte eine Rocksweeper in der Hand die mir sehr zusagte. Natürlich hatte ich schon manches nicht nur Vorteilhaftes über diese Rute im Netz gelesen, von Mängeln wie schlechte Verarbeitung usw. Ich betrachtete mir die Rute genau und konnte an ihr keine Mängel feststellen, bezahlt und mitgenommen. Heute nach über einem Jahr im Besitz der Rocksweeper konnte ich noch immer nichts feststellen, kein Ring verbogen, kein Duplon gelöst und das Design der Rute gefällt mir noch immer. Mit ihrer Spitzenaktion und dem straffen Blank, ist die Rute sehr gut zum leichten Angeln auf Zander geeignet. Der Blank der Rocksweeper ist sehr dünn und man merkt den Bodenkontakt sehr gut. Ich verwende diese Rute auch manchmal zum Drop-Shoten, das sie dafür nicht ausgelegt wurde ist mir klar manchmal kann man sie zweckentfremden.

 

Der Biss eines Zanders lässt sich sehr gut mit der Rute spühren. Das Wurfgewicht mit max. 40gr. anzugeben ist aus meiner Sicht richtig, mehr Gewicht verträgt die Rute nicht mehr wirklich. Mit einer 2500 Rolle ist diese Rute super ausbalanciert und lässt sich lange ermüdungsfrei fischen.

Zandercombo nach meinem Geschmack

Mein Favorit im schweren Bereich Zander ist die Greys Prowla Platinum Specialist in der Länge 2,74m Wg. 40-80 gr.

Das Design der Rute und der schnelle und dünne Blank hat mich auf Anhieb angesprochen. Dank eines dünnen Blankes und den Einsatz von leichten Materialien wiegt die Rute 199gr. Besonders bei Hochwasser sind die Steinpackungen überschwemmt und daher verwende ich gerne eine 270 cm lange Rute mit der ich einen Köder an über die Steinpackung führen kann. Das hohe Wurfgewicht kommt daher das die Strömung im Rhein sehr stark sein kann und ich gerne auch zu bestimmten Zeiten schwerer angeln will (werde ich in einem anderen Bericht mal erklären). Des Weiteren ist es so, dass diese Rute ein hartes Rückgrat und eine schnelle und harte Spitzenaktion hat. Eine Rute mit der ich kompromisslos jeden Anhieb setzen kann. Den Köder am Boden zu jiggen ist mit dieser Rute ein Genuss, jeder kleine Bodenkontakt ist zu spüren. Darüber hinaus kommt das ein Biss eines Zanders perfekt in der Hand zu spüren ist, das liegt wohl auch daran das der Griff ergonomisch gehalten ist und man jederzeit den Zeigefinger direkt an den Blank halten kann. Einen einzigen Nachteil hat die 2,70 Version, sie etwas zu Kopflastig ist und das mit allen gängigen Rollengrößen, Kontergewichte könnten da helfen.

Der Rute spendierte ich die Mitchell Mag Pro Extreme in der Größe 2000. Die Rolle wiegt 230gr hat eine Übersetzung von 5,2:1 und einen Schnureinzug von 83cm, mit einer 0,15 Schnur von Penn.

Die Combo ist jetzt schon einige Monate im Einsatz und ich konnte noch keine nennenswerten Mängel feststellen außer der erwähnten Kopflastigkeit.

 

Smoke und Carbon Look

Diese Rute mit dieser Rolle passen sehr gut zusammen dadurch ist diese Zusammensetzung eine meiner Favoriten zum leichten Zandernageln.

Die Rute liegt mit einer leichten Rolle wie der Smoke ausbalanciert in der Hand und lässt sich daher stundenlang ermüdungsfrei fischen. Bei der Rute handelt es sich um die Rute Berkley Skeletor Pro Spin und bei der Rolle um das Quantum Smoke PT Spin 30. Die Berkley hat eine Länge von 240 cm mit einem Wurfgewicht von 15-40g und einem Gewicht von 184g. Das Rückgrat der Rute ist hart und Blank lädt sich sehr gut aus. Die Spitze der Rute ist feinfühlig und jeder Bodenkontakt bestens zu spüren. Die Smoke ist in der "Skelettbauweise" sehr gelungen, gepaart mit der matt schwarzen Farbe eine Augenweide. Gerade wegen dieser Bauweise hatte ich zu Beginn bedenken das sie an den offenliegenden Kugellagern Probleme bekommt. Nach einigen Wochen am Wasser konnte ich aber keinerlei Mängel feststellen. Die Smoke PT wiegt 221g hat eine Übersetzung von 5.2:1 und einen Schnureinzug von 79cm, ein guter Schnureinzug um damit auf Zander jiggen zu können. Die Frontbremse der Smoke hat Carbon-Scheiben die im Drill zuverlässig und ruck frei arbeiten und wenn mal etwas Größer einsteigen sollte ist die Bremse bis 15lb belastbar. Etwas muss man sich mit der der Einstellung der Bremse zurechtfinden da wie ich finde man einige Male drehen muss bis man die richtige Einstellung das könnte bessergehen. Einer der optischen Gimmicks an dieser Rolle ist die Kurbel mit dem Duplongriff. Die farbliche Abstimmung der Rute und der Rolle passen so gut zusammen als ob die beiden schon immer zusammengehört haben. Ausschlaggebend ist das natürlich nicht aber das Auge angelt ja mit.

Trotz des ganzen Lobes fand ich einen Nachteil an der Smoke PT und das ist die Schnurverlegung und damit entstehenden Perücken beim Werfen mit Wobbler und Spinner und obwohl ich es schon mit weicheren Ruten und dünnerer Schnur ausprobierte habe. Da ist beim Werfen Vorsicht geboten. Aber wer die Rolle zum Jiggen verwendet wird seine Freude mit dieser Zusammensetzung haben.

 

Team Daiwa Linear Interline 902i

Das Wetter zeigt sich Ende Mai von einer besch… Seite Dauerregen wohin man sieht, somit hatte ich mir vorgenommen meine Seite mit dem folgenden Bericht zu erweitern.

Nach einigem Überlegen fiel mir ein ich könnte mal eine besondere Spinnrute vorstellen die ich seit einiger längerer Zeit besitze. Diese Rute ist keine alltägliche Rute, und ich habe sie noch nie bei jemandem sehen können. Die Rute ist eine Inliner Rute von Team Daiwa die mit ihren Werten von 2,70m mit einem Wg15-50g einer Transportlänge von 1,40m und einem Eigengewicht von ca. 140g als Spinnrute für den Süß- und Salzwassereinsatz gedacht ist.

Richtig gelesen die Rute ist mit 125g angegeben aber wiegt nach meinem Wiegen ca. 140g also eigentlich ein echtes Traumgewicht für eine Spinnrute in dieser Länge. Die Farbe Kobaltblau der Rute mit dem genauen Namen Linear Interline 902i passt zu dem hellen Kork des Griffes der Ergonomisch angepasst ist. Der Blank ist für eine Inliner schnell mit einem guten Rückgrat akzeptablen Spitzenaktion fürs Zanderangeln.

Das geniale ist das die Rute beim Werfen wie im Drill nicht von Rutenringen gestört wird, das bringt ein ganz anderes Gefühl beim Angeln. Die Wurfweite ist bei dieser Rute durch die spezielle Beschichtung im Inneren etwas geringer als bei einer normalen Spinnrute aber noch vollkommen ausreichend für ein Fließgewässer.  Ganz lautlos ist die Rute nicht, einige Geräusche sind natürlich im inneren des Blanks zu hören je nachdem wie glatt geflochten die Schnur ist die man verwendet. Ich wiederhole mich nochmal aber dafür ist der Drill eines Fisches mit einer solchen Rute an der keine Ringe zu finden sind und die Biegekurve dementsprechend durchgehender ist, einfach anders, direkter würde schon fast sagen traumhaft. Die Rute bietet sich zum Spinnfischen mit der Spinnrolle oder der Baitcaster an. Die Baitcaster hat den Vorteil weniger Reibung im inneren der Rute zu verursachen da der Winkel in dem die Schnur in den Blank reingleitet kleiner ist. Die Linear Interline ist keine reine Rute zum Zander jiggen, es ist eher eine Allroundspinnrute mit der man sowohl Shads aber auch Wobbler oder schwere Spinner werfen kann. Nach dem Einsatz in Verbindung mit schmutzigem Wasser empfiehlt es sich die Rute regelmäßig unter fließendem Wasser auszuspülen. Meiner Meinung nach ist das keine Art von Rute die sich hier in Deutschland durchsetzen wird, aber für diejenigen welche etwas Besonderes suchen ist die Rute von Daiwa eine interessante Alternative.

 

Spinfisher V von Penn

Wer eine Solide und ausgereifte Rolle zum schweren Spinnfischen sucht findet in der Spinfisher V 4500 von Penn eine gute Alternative zu anderen Rollen in diesem Segment.

Das Design der Rolle ist harmonisch in dem matten Schwarz und dem nicht zu aufdringlichen Gold. Liegt sie in der Hand merkt man das sie nicht die leichteste ist (397g) ad hoc ist sie wie ihre Vorgängerin die Slammer auch durch ihr wasserdichtes Gehäuse ein richtiges Arbeitstier welches den Job im Süß- und Salzwasser gleichermaßen zuverlässig erledigt. Die Rolle ist für kampfstarke Fische gedacht, das bringt nicht nur ihr Metallgehäuse mit sich, sondern auch das robuste Innenleben dazu gehört auch die Bremse mit der man einen hohen Druck aufbauen auf kampfstarke Gegner aufbauen kann. Durch das Fassungsvermögen von 275m bei einer 0,28 Schnur und der Übersetzung von 6.2:1 macht das Kurbeln richtig Spaß. Für mich ist diese Rolle der LKW unter den Rollen und mit einem Preis von ca. 110€ ist sie eine robuste und langlebige Investition.

 

Abu Garsia Revo S

Begeistert war ich schon vom ersten Moment an von der Revo S von Abu Garcia.

Schon die ersten Umdrehungen nachdem auspacken liefen seidenweich.

Sie ist schön leicht mit ihren 255g, läuft gut und hat ein stimmiges Design, auch die Angaben des Herstellers hören sich auch gut an, das alles trug dazu bei das ich diese Rolle jetzt mein Eigen nennen darf. Die Spule hat ein neues Design das erlaubt die geflochtene Schnur direkt aufzuspulen ohne sie unterfüttern zu müssen. Der Bügel macht einen soliden Eindruck, genau wie die Achse der Rolle die aus Edelstahl besteht. Im Packet war noch eine Ersatzspule, der Wechsel der Spulen an sich war auch kein Problem. Die Rolle ist für das Spinnfischen im leichten bis mittelschweren Anwendungsbereich gedacht. Ich konnte schon einige Würfe am Wasser mit ihr machen und der Eindruck beim Kauf der Rolle hat sich bestätigt, sie lässt sich sehr gut Werfen das einkurbeln läuft einwandfrei, wobei ich dachte das das erst mit der Zeit kommt wen die Rolle sich etwas eingelaufen hat. Die Schnur fliegt einwandfrei von der Spule und wird wieder sauber auf die Spule aufgewickelt. Die Zander wollten aber nicht beißen deshalb habe ich noch keinen Aussage zur Bremse aber wen sie wie der Rest der Rolle ist wird sie ihre Arbeit sehr gut verrichten. Das einzige was ich etwas vermisse ist das nicht wie bei Shimano ein Fläschen Öl bei dem Kauf der Rolle dabei ist. Die Rolle wird öfters bei mir in Betrieb sein und es wird sicher noch ein Meinungsupdate hier geben. Der Preis liegt ca. bei 130,-€

Herstellerangaben:

Modell:             Abu Garcia Revo S30

Kugellager:       6+1

Übersetzung:    5,8:1

Schnurfassung: 150m/0,28mm

 

Shimano Technium 2500 FA

Eine Rolle die ich zum Zanderangeln verwende ist die Shimano Technium 2500 FA, das Modell ist schon etwas älter aber ich bin mit der Rolle zufrieden und laufen tut sie auch wie am ersten Tag.

Vom Erscheinungsbild her sieht sie hochwertig aus und mechanisch läuft sie mit etwas Pflege auch heute noch seidenweich und ohne Probleme. Die Technium ist eine sanft laufende Rolle mit einer gut einstellbaren Bremse die schon des öfteren ihre Zuverlässigkeit beweisen konnte. Mit einem Preis von damals ca. 120€ ist sie im mittleren Segment anzusetzen, wobei man kaum noch die Rolle in dieser Version bekommen wird, sondern nur noch die neuere Version der Technium. Die Rolle ist mit 0,15er gelber Power Pro bespult.

Herstellerangaben:

Shimano Technium 2500 FA
Gewicht: 255gr
Kugellager: 3ARB
Walzenlager: 1
Schnurfassung (mm/m): 0,18-290/ 0,20-240/ 0,25-260
Zusätzliche Spule:1

Übersetzung: 5,0:1