Shimano Zodias

Es hat etwas länger gedauert wie gedacht, aber was lange wehrt wird oft gut.

Gut, war auch mein Empfinden beim ersten Kontakt mit der Shimano Zodias Spinning 270 MH, wobei das 270 etwas irreführend sein kann. Die Zodias sticht mit ihrem Aussehen und ihrem Einsatzspekrtum etwas herraus aus dem Portfolio meiner bisher vorgestellten Ruten. Einfach aus dem Grund da es keine Zanderrute ist, sondern mit ihren 5-18 g Wg. eine Light Rute zum Barschangeln sein soll. Überraschenderweise bedeutet es aber nicht das damit nicht auch ein Zander als Beifang gelandet werden könnte.

Aufgefallen ist mir die Rutenserie in einigen Bassfishing Videos, groß Gedanken machte ich mir damals darüber nicht, da die Amis eh einen eigenen Geschmack, was Rutenaktion angeht, haben. Irgendwann, irgendwo beim stöbern in einem Laden, griff ich nach der Zodias und ab der Sekunde wußte ich, das wird richtig schwer diese Rute wieder in den Ständer zurück zu stellen.

Ich lasse mich nicht so sehr vom Design einer Rute beeindrucken, aber die Zodias sieht, in ihrem schwarzen Kleid mit aggressivem rot und dezentem Silber, einfach fantastisch aus. Manchmal schadet es nicht wenn sich die Designer etwas austoben können, besonders gelungen dabei ist Ihnen der ergonomische C14+ Schraubrollerhalter. Positiv aufgefallen sind mir die 107 g der Rute, bei einer Gesamtlänge von 213 cm und einer 2-teilung der Rute oberhalb des Griffes, ist das ein hervorragender Wert. Dem Gesamtgewicht kommen auch die 8 Fuji Alconite + 1 SIC Spitzenring zugute. Der Hi-Power X Blank steckt oberhalb des Schraubrollenhalters bombenfest im Griff, was natürlich dem ununterbrochenen Blank eine tolle Aktion verleiht. Die Tranportlänge von 186 cm dürfte aber dafür manchem etwas Probleme machen.  

 

Diese Rute ist nichts fürs Grobe, darum bekam sie als Partner meine 500er Mag-Pro-Extrem von Mitchell mit auf den Weg, die die Zodias 2 cm oberhalb des Schraubrollenhalters ausbalanciert. Um das Gesamtbild stimmig zu machen kam eine hervorragende 4 kg Multicolor Schnur von Stroft hinzu. Mit dieser Kombi, mit bis zu 3 inch Köder und max 10-12 g schweren Jigköpfen reizt man das obere Wurfgewichtsspektrum der Zodias bestens aus. Das präzise Werfen und die direkte Bisserkennung der Rute sind, wie Shimano verspricht, Spitzenklasse, dazu trägt neben den hochweritgen Ringen auch die schnelle Spitzenaktion des Blankes bei. Die Spitzenaktion der Rute verschluckt keinen auch noch so kleinen Biss, und beherrscht nach dem Anschlag souverän den Drillvorgang eines Fisches. Beim Drillen von Barschen, vobei der Größte ein 35er war und 3 kleinere Zandern als Beifang, zeigt sich die vorherschende Spitzenaktion der Rute, was klar bedeutet das das Drillen gekonnt über die Bühne gebracht werden sollte. Obwohl die Zodias eine leichte Rute ist, müßte schon ein anderes Kaliber von Fisch einsteigen um die Kraftreserven der Rute anzuzapfen, was aber mitnichten bedeuten soll das der Drill kleinerer Räuber kein Spaß machen würde. Ganz im Gegenteil, besonders bei dünnen Schnüren ist das Können des Anglers im Drill gefragt, so das das landen des Fisches ein positives Ende für den Angler findet. Die Performance dieses Modells zeigt das es keine Alroundrute ist, die für das führen von Wobbler, Spinner und zugleich zum Jiggen gedacht ist. Nein, in meinen Augen ist diese Rute, ganz klar, alleine zum Jiggen, Faulenzen und eben anderen Grundnahen Finesstechniken gedacht. Die Rute ist im Fachandel zu verschiedenen Preisen gelistet, eine Empfehlung von mir, mit ca 150 € seid ihr in einem guten Preisrahmen.

 

Veröffentlicht Juni 2016

Auf der Suche nach der richtigen Zanderrute

Als ich damals mit dieser Seite anfing hätte ich nicht erwartet das meine Meinung anderen Angler wichtig wäre, egal ob direkt am Wasser oder über Email und Facebook.

Das ich nicht allen Fragen gerecht werden kann muss wohl den meisten klar sein. Ich finde es wirklich toll wen es tatsächlich Leute gibt die wen es ums Angeln geht meine Meinung wissen möchten. Und hier fängt das Aber an, ich mag es mich mit jedem über das Angeln und alles was dazu gehört zu unterhalten und das man das ganze ins endlose ziehen kann ist auch klar. Das Problem ist das meine Meinung nicht eure Meinung sein muss, und Ihr euch im Klaren sein müsst das das was ich euch rate sicher nicht in Stein gemeißelt ist. Ich will das anhand eines Beispiels erläutern was ich damit ausdrücken möchte. Jemand sucht eine Zanderrute und möchte natürlich nicht Geld für etwas ausgeben das dann nach wenigen Angelstunden irgendwo im Eck einstaubt weil es der falsche Kauf war, derjenige wird vorher versuchen möglichst viele Infos rund um das Thema Zanderrute zu finden. Früher oder später landet derjenige auch bei jemandem bei dem er der Meinung ist das dieser Ahnung hat und ihm sicher sagen kann welche die passende Rute für ihn wäre. Da fängt das Problem schon an, ich kann jemandem Tipps geben welche Rute er sich vielleicht genauer anschauen kann, aber welche die richtige ist sollte man für sich selbst entscheiden können. Also wen jemand genau weiß wo und wie er die Rute einsetzen will und schon etwas Erfahrung mit dem Angeln hat, dann wird derjenige die Rute finden die zu ihm passt. Wen jemand kaum Erfahrung hat und glaubt das eine teure Zanderrute ihn ohne große Mühe zum Fisch führt dann liegt derjenige schon mal falsch, Zander Fänge werden dann eher Zufallsfänge bleiben. Möchte jemand regelmäßig Zander fangen und ist auch bereit dafür Zeit zu investieren dann bedeutet es einfach nur Angeln und immer wieder Angeln, mit der Zeit und einigen Tipps von anderen verbessert sich die eigene Technik schon von ganz alleine. Über die Zusammensetzung einer Rute, Rolle usw. habe ich schon in anderen Berichten geschrieben, hat man alles zusammen freut sich der angehende Zanderangler auf dem Weg ans Wasser schon auf seinen ersten Zander, klappt das nicht so wie er es möchte sind Frust und Enttäuschung groß. Zander angeln ist Erfahrung und Geduld, man muss nicht jede Rute oder alle Köder die es auf dem Markt gibt besitzen. Die richtige Stellenwahl und Führung sind wichtiger als alle 2 Minuten den Köder zu wechseln. Ich höre von vielen das sie eher selten oder gar keine Zander fangen an Stellen wo eigentlich Zander Hotspots sind, und gleich der Meinung sind das sie etwas falsch machen oder die falschen Ruten angeln. Ich kann diesen Leuten eins sagen, die wirklich falsche Rute gibt es nicht wen ihr nur ein bisschen drauf geachtet habt das diese Rute für Zander gedacht ist, das Problem ist die große Erwartungshaltung vieler Angler und die damit einhergehende Ungeduld. Jeder von uns findet mit der Zeit seine richtigen Führungstechniken für die Zander und wird auch früher oder später regelmäßig fangen wen er an den richtigen Stellen angelt. Ich möchte den anderen einige Tipps mit auf den Weg geben wie sie ihr Angeln vielleicht verbessern können.

Also das erste ist immer wieder angeln zu gehen, immer wieder das werfen zu üben, bis das werfen schon fast automatisch abläuft. Ihr müsst unbedingt die Rute die ihr in der Hand haltet kennen lernen und das geht nicht innerhalb von 2 Stunden angeln, weil ihr sonst jede Rute die ihr ausprobiert als falsch empfindet. Das absolut wichtigste ist der regelmäßige Bodenkontakt des Köders und genau wen dieser nicht gegeben ist fängt man oft nichts und zweifelt dann meistens am Köder oder der Rute. Ihr müsst euch zu beginn von dem Gedanken lösen einen Zander fangen zu wollen, sondern nur auf das führen des Köders konzentrieren. Um es Euch etwas einfacher zu machen würde ich vorschlagen mit der Faulenzertechnik zu beginnen und diese immer wieder zu üben. Hängt Bleiköpfe und Köder an die Schnur die ihr beim aufschlagen am Boden spürt, besser wäre es zu beginn etwas zu übertreiben und etwas schwerere Bleiköpfe dran hängt. Ein Beispiel, ihr habt einen 12 cm Köder mit einem 20 g Bleikopf dran und ihr spürt nur ganz schwach den Aufschlag am Boden, dann hängt einen Bleikopf mit 24 oder noch besser mit 28 g in den Snap und versucht damit bei jedem Wurf sauber den Köder mit Bodenkontakt zu führen, ihr werdet merken wie sich Wurf um Wurf das Gefühl für den Köder immer besser in der Rute anfühlt und die Kontrolle für euch einfacher wird. Seid ihr der Meinung ihr könntet jetzt mit leichteren Bleiköpfen zurecht kommen, dann probiert es aus, aber der Kontakt zum Boden müsst ihr immer wieder bei jedem aufschlagen des Köders auf dem Boden in eurer Hand spüren. Habt ihr irgendwann das Gewicht soweit reduziert das ihr trotzdem noch jeden Bodenkontakt in der Hand spürt seid ihr schon auf dem richtigen Weg, jetzt heißt es nur Üben, Wurf um Wurf werdet ihr dann auch besser. Einen besonderen Tipp gebe ich euch noch auf den Weg, viele der Angler verlassen sich neben ihren anderen Sinnen besonders auf die Augen, z.b. wen die Schnur zusammen sackt den Anhieb zu setzen, das ist auch in vielen Situationen richtig. Aber um die Köderführung und besonders um eure Rute richtig kennen zu lernen konzentriert euch mal auf die anderen Sinne und lasst mal die Augen weg. Ihr kennt doch das, wen ihr in einen dunklen Raum kommt und ihr nichts sehen könnt, dann verlasst ihr euch automatisch auf andere Sinne um euch in diesem Raum zurecht zu finden. So macht es auch beim Zander angeln, habt ihr einen Bleikopf dran bei dem ihr der Meinung seid ihn nicht richtig oder nur manchmal zu spüren wen er am Boden aufschlägt dann macht den nächsten Wurf wie immer, wartet bis der Köder am Boden aufschlägt und jetzt legt den Finger an den Blank macht die Augen zu und verlasst euch nur noch auf euren Tastsinn ihr werdet merken das dieser sich mit jedem Bodenkontakt verstärkt, macht ihr das regelmäßig werdet ihr mit der Zeit feststellen das die Rute die ihr angelt immer mehr zu euch passt und ganz und gar nicht die falsche Rute sein kann so gut wie ihr den Köder und den Bodenkontakt spürt. Probiert es einfach mal aus ihr werdet merken das sich eure Köderführung mit regelmäßiger Übung um einiges verbessert und ihr werdet so geschockt sein wenn dann doch mal ein Zander beim Üben so richtig einschlägt.

Natürlich gibt es die Angler die sagen werden, das ist doch nichts und darum angeln wir mit gut sichtbaren Schnüren um alles im Auge zu behalten, dazu kann ich nur eins sagen, nachts sehe ich keine Geflochtene egal ob grün, rosa, gelb oder welche Farbe auch immer es sein mag, hier sind meine Augen nicht der primär benötigte Sinn und ich fange einen großen Teil meiner Zander im dunklen.

Veröffentlicht Oktober 2015

Balzer JS Signature Faulenzer Classic

Also erst mal das positive, es gibt kaum noch langsame Zanderruten auf dem Markt.

Die Unterschiede sind schon ziemlich gering was die Schnelligkeit eines Blankes angeht.Trotzdem gibt es noch kleinere Unterschiede die die Hersteller untereinader Unterscheiden und den jeweiligen Ruten eine etwas andere Performance verleihen und darum probiere ich immer wieder verschiedene Zanderruten aus, weil ich neugierig bin auf die Performance dieser Ruten. Dieses mal ist eine Rute von der Firma Balzer an der Reihe, um es gleich zu sagen ich bin kein Fan von irgendeinem bestimmten Hersteller oder einer bestimmten Firma. Von Balzer eine Zanderrute zu kaufen da war ich so was von weit entfernt davon wie die Erde vom Mond entfernt ist, und trotzdem hat mich das Kürzel JS so neugierig gemacht das ich die Rute unbedingt angeln wollte. Es geht um die Balzer JS Signature Faulenzer Classic eine Rute die in Zusammenarbeit mit Jörg Strehlow entwickelt wurde und die sich als reine Faulenzerrute auf dem Markt etablieren soll. Ob sie das Zeug dazu hat wird sich sicher noch zeigen.

Wie der Name schon sagt kommt die Rute klassisch daher, kein großer Schnickschnack, keine auffälligen Verzierungen, das passt ganz gut zu dem matt braunen, rauen Blank und der schlicht gehaltenen Beschriftung der Rute. Die Fuji Ringe sehen gut aus und passen gut zum Design der Rute, dazu kommt der Rollenhalter von Fuji in einer schlichten Optik. Was mir gut gefällt ist die Grifflänge der Rute, nach hinten schön lang und genau das richtige für eine Zanderrute. Das Rutengewicht liegt in normalen Bereich von heutigen Ruten, mit einer 280 g Rolle liegt die Rute ausbalanciert in der Hand.

Bei den ersten Würfen mit der Rute stand fest sie lädt sich ordentlich auf mit den passenden Ködern, angefangen bei Bleiköpfen um die 15 g und Köder ab 10 cm und das Ende findet sich bei 28 g Köpfen und maximal 18 cm Action Köder, damit kommt man ordentlich auf Weite. Die Führung und der Bodenkontakt sind sowohl in strömenden und auch wenig strömenden Bereichen als gut zu bewerten, mit gut ist gemeint das die Spitze der Rute etwas schneller reagieren könnte, aus meine Sicht fehlt ihr zum Jiggen ein plus an Schnelligkeit. Aber wie der Name sagt ist die Rute für die Faulenzer Technik gedacht und da macht sie ihren Job gut.

 

Leider merkt man doch etwas das versucht wurde irgendwo zu sparen, angefangen bei dem Kork der nicht wirklich von bester Qualität ist und nach den ersten malen angeln schon so aussah als ob die Rute Jahre auf dem Buckel hätte, etwas schöner wäre es auch gewesen wen man zwischen Korkgriff und Rollenhalter einen Winding Check, also einen Ring eingebracht hätte der den Rand des Korkes etwas schützt und die großen Poren und Klebestellen des Korkes etwas kaschiert. Was ich auch schade finde ist das die Folie die zum schützen des Korkes gedacht ist nicht sauber entfernt werden konnte, da Reste der Folie an den Ränder des Korkes kleben geblieben sind. Die Lackierung der Bindungen an den Ringen könnten auch von besserer Qualität sein, den schon nach dem ersten mal Angeln waren Risse am Lack zu sehen. Die Größe des Leitrings fällt mir für eine Rute bis 60g Wurfgewicht ziemlich groß aus, da hätte eine Nummer kleiner sicher besser gepasst.

Fazit; Sucht jemand eine Rute zum reinen Faulenzen kann er die Balzer JS Signature Faulenzer Classic in die engere Wahl mit einbeziehen, aber zum Jiggen in starken und mittleren Strömungen ist sie aus meiner Sicht nur bedingt zu empfehlen. Die Preisempfehlung liegt bei ca. 130 Euro, um ehrlich zu sein hätte ich diesen Preis nicht bezahlt, in letzter Zeit gibt es sie immer öfters unter 100 Euro im Netz und ich denke dieser Preis entspricht doch eher der Qualität dieser Rute.

Herstellerangaben:

Länge 270 cm

2-teiliger Carbon Blank 

Wg: 24-62 g 

Gewicht 220 g

Titanium-SIC-Beringung

Fuji-Schraubrollenhalter 

Korkgriff

Veröffentlicht Oktober 2015

Geil oder nicht geil?

Das war die Frage die ich mir bei der Akilas von Gmakatsu gestellt habe als ich sie bei einer meiner Tackledealer in der Hand hielt.

Die Rutenserie von SPRO soll die meisten Wurfgewichte und Angelarten mit Kunstköder abdecken. Wie für die meisten Rutenserien gängig sind auch in der Gmakatsu Serie Ruten in verschiedenen Längen, Wurfgewichten und Blankhärten erschienen. Ich habe es mir nicht einfach gemacht und erst einige Wochen später mich endlich dazu überwunden diese Rute tatsächlich zu kaufen. Entschieden habe ich mich für das Model Gamakatsu Akilas 90XH Swimbait & Extra Heavy Jig 15 bis 60 g. Dieser Testbericht beinhaltet darum auch nur die Meinung und das Empfinden das ich für die angegebene Rute habe und ist natürlich nicht übertragbar auf die anderen Ruten der Serie. Da ich zum größten Teil den Zander befische war dies auch das Auswahlkriterium für die Akilas und da hört sich das HX in der Namensgebung doch gut an. Kommen wir zu der Optik und dem Handling der Rute.

 

Die Optik ist natürlich auch wichtig beim Kauf einer Rute, damit kauft man sich wahrscheinlich die meisten Kunden ein. Der Griff besteht aus einer Kombination mit Kork im vorderen Bereich und Eva im hinteren Bereich, der Kork ist mit einem Fuji VSS Rollenhalter verbunden der mit dem Karbon im Rollenhalterschuh optisch was hermacht, dazu passend sind der Karbonlock auf dem hinteren Teil des Blanks und die stimmige Beschriftung der Rute, mit einigen roten, silbernen und kupfernen Akzenten ist die Rute sauber abgerundet.
Die Rute liegt mit ihren 154 g leicht in der Hand, einen kleinen Nachteil gibt es wie immer bei fast allen Ruten, nämlich die Balance, diese fällt auch bei dieser Rute nicht optimal aus. Mit einer 3000er Daiwa Lexa ist die Rute erst einige cm hinter dem Rollenhalter wirklich ausgeglichen, ob ich das verschmerzen kann wird sich noch in den nächsten Monaten zeigen, dieses Manko wird aber durch die Fuji Tangle-free K-guide Ringe etwas entschädigt, besonders die letzten 3 Ringe sind klein und filigran gehalten, die 8+1 Ringe der Rute sind echt fabelhaft, ihr Design ist eine Augenweide, in Verbindung mit dem schnellen Blank fliegt die Schnur nur so durch diese Ringe. Die ersten Würfe mit der Rute in Verbindung mit einer 0,14er Daiwa Tournament waren einfach super, Köder im Bereich von 10 bis 15 cm und Köpfen von 17 bis 24 g flogen ohne große Anstrengung gegen den mir entgegen wehenden Wind und dabei auf mehr als respektable Entfernungen. Die Rute wurde auch schon mit 28 g Köpfen geworfen und machte keine Anstalten in die Knie zu gehen, genauso habe ich mit ihr schon Wobbler und Hardbaits geführt, dafür ist die Rute dann doch etwas hart aber auch alles ohne Probleme machbar. Das landen und führen des Shads über Grund ist einwandfrei in der Hand und am Finger der am frei liegenden Blank anliegt zu spüren. Apropos Finger und Blank, natürlich ist auch an dieser Rute der obligatorische Hackenhalter zu finden, auf den ich persönlich gut und gerne verzichten kann und das eigentlich an jeder meiner Zanderruten, hier stört er mich aber schon wirklich, da der Hackenhalter recht nahe am Rollen Halter angebracht ist und mein Finger die Angewohnheit hat am Blank seitlich entlang zu gleiten und da trifft man auf den eben erwähnten Hackenhalter der sich als ein störender Faktor an meinem Finger erweist. Was den Blank angeht, er ist schnell, die Spitze ist nicht zu weich, beim Führen eines Shads sieht man die Vibrationen in der Rutenspitze, einige vergleichen den Blank der Akilas mit der der Rocke und irgendwo haben sie auch nicht unrecht, sie sind sich beide sehr ähnlich. Der Blank könnte im hinteren Bereich für meinen Geschmack aber etwas dünner sein.

 

Fazit; Um den Titel zu beantworten, die Rute ist nicht das geilste was ich in der Hand hatte aber sie macht Spaß und ist eine sauber verarbeitete und abgerundete Rute für das Zanderangeln, das Design, der Blank, der Rollenhalter und das Konzept der Ringe sind gut aufeinander abgestimmt, also alles in allem gesehen eine gute Alternative zu anderen Zanderruten im mittleren Preissegment. Der Preis der Rute liegt bei 170 € mit etwas Verhandlungsgeschick oder mit einem Blick in verschiede Onlineshops kann man sie auch etwas billiger schießen.

Die Greys Prowla 2.0

Wie versprochen kommt hier mein Test-Bericht über die Greys Platinum Specialist II Lure 20-50 g Wg. in 274cm Länge.

Wie immer dieser Bericht ist meine objektive Meinung zu der vorgestellten Rute und muss nicht mit anderen Meinungen  übereinstimmen. Normalerweise komme ich erst am Ende zum Preis des Tackels  das  ich habe oder ausprobiere, bei dieser Rute fange ich erstmal mit den 165 € an die diese Rute im Geschäft kostet, da aber der Kurs bei einem Händler so niedrig war konnte ich sie für einen weit geringeren Preis mein eigen nennen. Die Vorgängerin begleitet mich schon einige Jahre regelmäßig ans Wasser,  zwar in einer höheren Gewichtsklasse und nach meinen Bedürfnissen umgebaut aber sie hat mir so einige gute Fische gebracht, unter anderem war sie im Einsatz beim Fang meines Traumzanders. Die neue Version ähnelt in der Optik und dem Blankverhalten sehr der alten, ob an den Blanks etwas geändert wurde vermag ich nicht wirklich zu sagen. Die Anzahl und Größe der Ringe bei der 274 cm Version sind gleich geblieben genauso wie die Länge und dicke des Griffteils, was anders geworden ist sind die Ausgleichsgewichte die eingefügt wurden, der etwas andere Rollenhalter  der auch eine Aussparung  hat die den direkten Kontakt zum Blank ermöglicht. Dazu kommen die Maßangaben auf dem Blank die einem bei fehlendem Maßband doch noch ermöglichen einen Fisch von 70 cm bis zu einem Meter Größe in etwa abzuschätzen (was unter 70 cm angeht wird es etwas schwieriger) also einfach ein nett gedachtes Gimmick. Zwischen den Maßangaben auf dem Blank befindet sich auch noch der von den meisten gewünschte Hakenhalter. Kurz und  knapp gesagt die Optik der Rute sagt mir zu  und ist sehr ähnlich der Vorgängerin gehalten. Die Rute findet ihren Einsatz beim leichten Zanderangeln und wird auch fürs Barschangeln am Rhein herhalten, mit ihren 50 g Wg. vielleicht etwas überdimensioniert aber ich befische zu meist den Rhein und da möchte ich doch die eine oder andere Kraftreserve in der Hinterhand haben  falls mir die kleineren Jungs aus der Wels Liga auf meine Barschköder oder Zanderköder einsteigen, wo  diese Rute ihre Qualität schon mal mit einem 1,20 m langen Wels unter Beweis stellen konnte.

 

 Beim Werfen merkt man das die Rute einen ziemlich kurzen Griff hat, das wäre das einzige was wünschenswert wäre, ein längerer Griff, den genau dieses Manko habe ich bei meiner alten Greys ausgemerzt, durch einen längeren Griff.  Die Hände liegen näher beieinander als bei anderen Ruten, der Griff den die Hände umschließen ist recht dünn was mich aber nicht wirklich stört da ich keine wirklich große Pranken habe. Die Aufladung der Rute ist super, die Grenze ist aber bei 28 g Jigköpfen plus Köder schon nicht mehr angenehm zu Händeln. Was den unteren Bereich angeht lassen sich Jigköpfe ab 10 g plus kleine Barschköder auch schon überraschend gut werfen. Der Bodenkontakt  ist sehr gut zu spüren, jeder Aufsetzer des Köders ist ohne Probleme wahrnehmbar,  mit Jigköpfen  um die 17 g und Barschköder um die 6 cm  war es kein Problem den Grund der Fahrrinne im Rhein zu erstasten und dabei gleich mal einen der  Silber Torpedos zu landen.  Die Greys zeigt ihre Steifheit dadurch das sie beim führen von normalen Ködern keine wirkliche Spitzenaktion hat, wen ein Räuber einsteigt geht sie meiner Meinung nach dafür aber im Drill in eine Semi-parabolische Aktion über. Was bei der Vorgängerin mit der Kopflastigkeit falsch gemacht wurde, wird hier mit Kontergewichten versucht wieder weg zu machen, was auch ziemlich gut gelingt. Obwohl die Rute für das leichte Zanderangeln gedacht ist konnte ich so kurz vor der Schonzeit keinen Zander mehr landen, dafür wurde sie auf Herz und Nieren in der Schonzeit (hier gilt kein grundsätzliches Kunstköderverbot) auf Barsch getestet, was mir aber die Jungs schwer machen da sie im Moment sehr rar sind, trotzdem gab es Bisse und einen gefangenen Punker. Ich habe ein ganz gutes Gefühl für die Rute bekommen durch die Raubfische die sich bereit erklärten mir beim Test behilflich zu sein. 

Einsatzzweck;  Zander/Barschangeln mit Gummifischen am Jigkopf, Drop-Shot, Wobbler, Spinner eher in Ausnahmen da der Blank dafür zu steif ist.

 

veröffentlicht April 2015